Sachgerechte Handhabung

Der Lehmbackofen ist bei sachgerechter Anwendung zeitlich fast unbegrenzt verwendbar.


Durch die extrem hohen Temperaturen entstehen starke thermische Spannungen. Stahl kann sich bereits ab 150° Celsius verformen. Lehm hält sehr viel höhere Temperaturen aus. Im Ofenraum herrschen beim Befeuern Temperaturen bis zu 700° Celsius. Im Verhältnis zur Außenluft ergibt sich dadurch auch eine extrem hohe Temperaturdifferenz.


Der Lehmbackofen reagiert auf diese Temperaturverhältnisse mit Haarrissen, die zum Teil sichtbar, zum Teil nicht sichtbar sind. Diese Risse beeinträchtigen die Funktion nicht. Sie sind sogar notwendig und bauen statische und thermische Spannungen ab.


Risse im Bodenbereich oder am Ofenmund (das ist die Öffnung) können mit Lehm problemlos zugestrichen werden. Schamottplatten können ausgetauscht werden.


Um größere Risse zu verhindern, armiere ich das Lehmofengewölbe umfangreich mit Jutegewebe.


Der Lehmbackofen kann als Backofen und auch als Grill verwendet werden. Darüber hinaus sollte er nicht zweckentfremdet werden.

Zum Anfeuern ausschließlich feines Holz oder Reisig und Streichhölzer verwenden. Keine ölhaltigen Anzünder oder Benzin verwenden. Es kann hierbei zu Verpuffungen und somit zu schweren Brandverletzungen kommen.


Der Lehmbackofen kann vor dem Backvorgang mit einem nassen Lumpen gereinigt, "ausgehudelt", werden. Während des Backens kann Wasser in einer Schale in den Ofen gestellt werden.

Wasser darf nicht in heißen Ofen geschüttet werden. Der Ofen kann dadurch gesprengt werden. Durch die Rissbildung dieser kleinen Explosionen wird der Ofen unbrauchbar.


Beim Anfeuern können, je nach Zugluftverhältnissen, Flammen aus dem Ofenmund schlagen. Hände sind vor Verbrennungen zu schützen. Das Anfeuern sollte ausschließlich durch Erwachsene erfolgen.