Krimi/Thriller

Andreas Suchanek: Ein MORDs-Team Band 11 „1984“


Der Mord an der Schülerin Marietta King im Jahr 1984 wurde nie aufgeklärt. Jahrzehnte später versucht das Freundesteam Mason, Olivia, Randy und Danielle, den Spuren in die Vergangenheit zu folgen und dem Mörder von damals auf die Schliche zu kommen. Sie werden hineingezogen in eine düstere Welt von Macht, Korruption, grauen Eminenzen und geheimen Absprachen. In zehn ereignisreichen Bänden haben sich Erkenntnisse und Informationen wie Puzzlestückchen zu einem Bild zusammengesetzt und die Lösung des Falls scheint nicht mehr fern.


In diesem elften Band werden die Lücken gefüllt und neue Zusammenhänge offenbart, denn nun nimmt der Mörder selbst die Geschichte in die Hand und erzählt sie aus seiner Sicht. Die Identität des Mannes ist überraschend und mitzuerleben, mit welcher Skrupellosigkeit er Leben auslöscht, macht den Leser zugleich wütend und hilflos. Mit großer Spannung erwarte ich das Finale in Band 12 und hoffe trotz allem Anschein auf ein gutes Ende.


Eine tolle Serie für alle, die Action, Humor, atemlose Spannung und überraschende Wendungen lieben. Unterhält bestens und macht geradezu süchtig!




Clare Mackintosh: Meine Seele so kalt


Bei einem Unfall mit Fahrerflucht kommt der fünfjährige Jacob ums Leben. Schon bald wird der Mutter in den Medien angekreidet, dass sie nicht besser auf den Jungen aufgepasst hat. Jenna flieht in ein einsames Küstendorf und versucht, ein neues Leben zu beginnen. Doch gerade, als sie Fuß zu fassen scheint, wird sie mit aller Wucht von der Vergangenheit eingeholt.


Der Roman steigert sich von einer Geschichte über Verlust und Trauer zu einem fesselnden Thriller mit überraschenden Wendungen und einem spannungsreichen Finale.




Jens Lossau: Phobie - wenn Ängste dein Leben verändern


Seit ihre Mutter bei einem Flugzeugabsturz ums Leben kam, ist die Welt der dreizehnjährigen Hannah aus den Fugen geraten. Sie hat den Kontakt zu ihrem Vater und ihrem Bruder verloren und schottet sich von allen Menschen ab. Nach einer nächtlichen Begegnung auf dem Friedhof freundet sie sich zaghaft mit einem Klassenkameraden an. Tom leidet unter zahlreichen Phobien und fordert Hannah heraus, sich gemeinsam mit ihm ihren schlimmsten Ängsten zu stellen. Hannahs Erfahrungen mit Tom sind intensiv und aufregend, jedoch auch verstörend. Toms Stimmungen schwanken und er verhält sich oft rätselhaft. Als Hannah anfängt, sich in ihn zu verlieben, geschieht eine Katastrophe.


Dieser ungewöhnliche All Age-Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Hannah erzählt die Geschichte aus ihrer Perspektive, und der Leser wird auf ehrliche und direkte Weise konfrontiert mit ihren wechselnden Gefühlen, ihren Fragen, Gedanken und Einsichten. Dem Autor gelingt eine einfühlsame und psychologisch ausgefeilte Charakterisierung des jungen Mädchens, zum einen durch die sprachlich überzeugende Darstellung der Aufzeichnungen, zum anderen durch Hannahs Interaktion mit den Menschen um sie herum. Auch der Schluss überzeugt mit kleinen hoffnungsvollen Schritten, ohne ein unangemessenes Happy End aus dem Boden zu stampfen.


Ein sehr bewegendes, packendes, wahrhaftiges Buch, das mich begeistert hat!




Stefan Schweizer: Goldener Schuss


Untreuen Ehefrauen hinterher zu spionieren macht Privatdetektiv Enzo Denz nicht wirklich Spaß. Eine willkommene Abwechslung ist der Auftrag des türkischen Unternehmers Gül, seine Tochter Canan aufzuspüren. Dieser Fall führt Enzo jedoch mitten hinein in ein gefährliches Geflecht krimineller Machenschaften, in die nicht nur eine Rockerbande, sondern auch hochrangige Befehlshaber der Bundeswehr verwickelt sind. Mit seinen Ermittlungen sticht Enzo in ein Wespennest und bringt nicht nur sein eigenes Leben in Gefahr.


Ein flott geschriebener Oberschwaben-Krimi mit abgründigen Wendungen, Ravensburger Lokalkolorit und einem verwegenen Ermittler, der völlig aus dem gutbürgerlichen Rahmen fällt. Humorvoll, rasant und sehr spannend!




Paula Hawkins: Girl on the train


Auf ihrer täglichen Zugfahrt von Ashbury nach London und zurück beobachtet Rachel immer wieder ein Ehepaar, das in Witney neben der Bahnlinie wohnt – Scott und Megan, aber das erfährt Rachel erst, als eines Tages ein Zeitungsbericht darüber erscheint, dass Megan vermisst wird.


Überzeugt davon, wichtige Hinweise zu besitzen, wendet Rachel sich an die Polizei. Doch als Alkoholikerin und verkrachte Existenz, die ihr Leben nicht auf die Reihe bekommt, wird sie dort nicht ernstgenommen. Rachel fasst nun den Entschluss, den Fall auf eigene Faust aufzuklären, und bringt sich damit in große Gefahr.


Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven und in verschiedenen Zeitebenen erzählt, setzt sich wie ein Puzzle nach und nach zusammen. So taucht man immer mehr in das Geschehen ein und wird davon mitgerissen bis zum dramatischen Schluss. Superspannend!




Tom Finnek Tabu - ein London-Krimi


Der Verleger Henry Woodward will wissen, wohin seine Frau Eleanor wirklich geht, wenn sie mit der Sporttasche aus dem Haus verschwindet. Privatdetektiv George Ingram hält diesen Auftrag für leicht verdientes Geld. Doch dann geschieht ein Mord und nichts ist so, wie es auf den ersten Blick scheint. Wer ist Täter, wer ist Opfer in diesem dramatischen Zusammenspiel von Missverständnissen, Verwechslungen, Lügen und Geheimnissen?


Dieser London-Krimi punktet durch seinen flotten Stil, seinen Witz und seine gut durchdachte, schwarzhumorig angehauchte Handlung. Die ersten Kapitel versprechen einen klassischen Detektivroman, diese Erwartung erfüllt sich jedoch nicht. Letzten Endes geht es mehr um die Dynamik von kränkelnden Beziehungen als um Ermittlungsarbeit und die Auflösung des Falls. Wer sich darauf einlässt, wird geistreich und vergnüglich unterhalten.




Ursula Poznanski/Arno Strobel: fremd


Stell dir vor, plötzlich steht ein völlig fremder Mann in deinem Haus und behauptet, dein Verlobter zu sein. Nichts im Haus deutet darauf hin, dass er je bei dir gewohnt hat.


Stell dir vor, du kommst nach Hause und deine Verlobte behandelt dich auf einmal wie einen völlig Fremden. Alle deine Sachen sind verschwunden und die Frau, die du liebst, hält dich offenbar für einen gefährlichen Irren.


Das ist der Ausgangspunkt dieser wendungsreichen Geschichte, die abwechselnd aus der Perspektive von Joanna und Eric erzählt wird. Was rätselhaft beginnt, entwickelt sich nach wenigen Kapiteln zu einem mitreißenden Thriller, in dem die Protagonisten mehr als einmal in tödliche Gefahr geraten und nicht wissen, wem sie noch trauen können. Packend bis zur letzten Seite!




Lenz Koppelstätter Der Tote am Gletscher


Kurz vor Weihnachten muss der Südtiroler Commissario Grauner einen ungewöhnlichen Mord aufklären. Der Skipisten-Toni hat auf dem Gletscher, fast genau am Ötzi-Fundort, eine Leiche entdeckt. Der Tote, ein Einsiedler, der in der Gegend gut bekannt war, wurde, genau wie Ötzi, von einer Pfeilspitze durchbohrt.


Vor einer verschneiten Alpenkulisse entfaltet sich ein raffinierter, wendungsreicher Fall, der bis zum Schluss spannend bleibt. Eine eingeschworene Dorfgemeinschaft, Lügen und Intrigen machen die Ermittlungen nicht leicht. Der Commissario ist ein echtes Original und seine Südtiroler Mentalität gibt seinem jungen Kollegen aus Neapel so manches Rätsel auf. Der vielversprechende Beginn einer neuen Krimiserie mit viel Lokalkolorit.




Jean Jacques Laurent Elsässer Erbschaften


Ein humorvoller Krimi mit viel Atmosphäre und Lokalkolorit, angesiedelt im fiktiven Elsässer Städtchen Rebenheim zwischen Strasbourg und Colmar: Major Jules Gabin, eben angekommen aus Royan an der Atlantikküste, um die Polizeiwache im elsässischen Rebenheim zu übernehmen, wird sofort mit einem Todesfall konfrontiert. Eine junge Journalistin ist in einem brach liegenden Weinberg ermordet aufgefunden worden. Während Gabin versucht, sich mit seiner neuen Umgebung vertraut zu machen und die elsässische Mentalität zu verstehen, muss er sich mit einem Fall befassen, der tief in eine unrühmliche Vergangenheit hineinreicht.


Wer das Elsass kennt, wird sich darüber freuen, wie gut die Eigenarten von Land und Leuten eingefangen wurden. Der Autor zeichnet ein liebenswertes Bild der malerischen Gegend und würdigt auch den Wein und die Elsässer Spezialitäten. Der Fall ist unterhaltsam und wird vor allem gegen Ende hin spannend.




Friedrich Ani: Der namenlose Tag


Als Kriminalkommissar verstand sich Jakob Franck vor allem auf das Überbringen von Todesnachrichten. Jetzt ist er im Ruhestand und lässt sich überreden, den vermeintlichen Selbstmord einer jungen Frau vor zwanzig Jahren noch einmal zu untersuchen. Mit seinem besonderen Gespür für die Toten und die Lebenden kommt er der Wahrheit auf die Spur.


Ein leiser, melancholischer Kriminalroman mit großer Sprachkraft, dessen dichter Atmosphäre man sich kaum entziehen kann.




Paul Grote: Bitterer Chianti


Der Fotograf Frank Gatow hat den Auftrag, in der Toskana Bilder für einen Weinführer zu machen. Schon bald stellt er fest, dass einige Winzer massiv bedroht werden, damit sie ihr Land verkaufen. Unversehens wird Frank in die Ereignisse verwickelt und muss um sein Leben fürchten.


Eine Menge Lokalkolorit, fundiertes Weinwissen, spannende Action und eine Prise Romantik sorgen für vergnügliche Lesestunden.




Christoffer Carlsson: Der Turm der toten Seelen


Nach einem missglückten Polizeieinsatz ist Leo Juncker vom Dienst suspendiert. Doch als eine Frau in seinem Wohnblock ermordet wird, mischt er sich in die Ermittlungen ein. Die Suche nach dem Täter wird zu einer Reise in seine eigene Vergangenheit.


Ein düsterer hochspannender Krimi über Teufelskreise und Kettenreaktionen. Großartig erzählt, packend bis zur letzten Seite.




Emily Barr: Deine letzte Spur


Regelmäßig pendelt Lara Finch zwischen Cornwall und London hin und her. Bis sie eines Tages verschwindet und des Mordes verdächtigt wird. Iris, die selbst im Schatten der Vergangenheit lebt, beginnt, die letzten Spuren ihrer Freundin zu verfolgen. So manches Geheimnis gelangt ans Licht.


Ein unterhaltsamer, spannender Roman über Unfreiheit, psychologische Abgründe und die unverhoffte Möglichkeit eines Neubeginns.



Jan Weiler: Kühn hat zu tun


Kühn hat zu tun - ein kleines Mädchen ist verschwunden, sein Sohn droht in die rechte Ecke abzurutschen und ein alter Mann wird erstochen aufgefunden. Doch auf nichts kann sich der Kommissar richtig konzentrieren. Etwas brodelt in ihm und er hat keine Ahnung, was es ist.

Eine spannende Geschichte, toll erzählt, bei der die innere Suche des Kommissars genauso fesselnd ist wie die Jagd nach dem Mörder.




Ursula Poznanski: Stimmen


In der Salzburger Psychiatrie wird ein junger Arzt ermordet und die wichtigste Zeugin ist eine schwer traumatisierte Patientin. Behutsam versucht Ermittlerin Beatrice Kaspary einen Zugang zu ihr zu finden, während sie gleichzeitig mit privaten Problemen zu kämpfen hat. Und dann geschieht ein weiterer Mord ...


Ein kniffliger Fall in einem Umfeld, in dem Wahn und Wirklichkeit dicht beieinander liegen.




Robert Galbraith: Der Seidenspinner


Nach der häufigen Observierung untreuer Ehemänner ist es eine willkommene Abwechslung für Privatdetektiv Cormoran Strike, nach einem verschwundenen Autor zu suchen. Doch ehe es sich Strike versieht, stecken er und seine Mitarbeiterin Robin in einem undurchsichtigen Mordfall.


Sehr spannend, temporeich, mit unerwarteten Wendungen und faszinierenden Charakteren. Ein wunderbares Lesevergnüngen für Krimifans.




Anna Grue: Die guten Frauen von Christianssund


Der Tod einer estnischen Putzfrau bringt den selbst ernannten Privatdetektiv Dan Sommerdahl auf die Spur von Menschenhandel und Zwangsprostitution.


Ein spannender, aktueller Krimi, der auf Blutrünstigkeit, Schwarz-Weiß-Malerei und perfekte Helden verzichtet. Gerade die Beschreibung der persönlichen Beziehungen macht das Buch so überzeugend.




Brigitte Pons: Celeste bedeutet Himmelblau


Ein toter Bauer führt den jungen Polizisten Frank Liebknecht auf die Spur einer dubiosen Sekte mit Verbindungen zur Colonia Dignidad. Bald bekommt er am eigenen Leib zu spüren, dass er es mit gefährlichen Gegnern aufgenommen hat.


Ein fesselnder Krimi mit realem Hintergrund über Machtmissbrauch und politische und religiöse Verwicklungen, die dem Unrecht Vorschub leisten. Lesenswert!




Susanne Goga: Der verbotene Fluss


Wie kam Lady Ellen wirklich zu Tode? Warum darf sie in Chalk Hill mit keinem Wort erwähnt werden? Was hat es mit den Albträumen der kleinen Emily auf sich?


Dieser Roman mit einigen Anklängen an Jane Eyre unterhält mit realistisch gezeichneten Figuren, viel Spannung und einer Prise Romantik.




Colette Macbeth: Zorneskalt


Als Rachel vom Verschwinden ihrer besten Freundin Clara erfährt, ahnt sie nicht, in welchen Strudel von Verwicklungen und Verdächtigungen sie damit gezogen wird.


Ein fesselnder Thriller über Vertrauen und Verrat, doppelbödig und überraschend. Atemlose Spannung bis zur letzten Seite!




Jan Faber: Kalte Macht


Von der Kanzlerin zur Staatssekretärin berufen und mit einem geheimen Auftrag betraut, gerät die junge Natascha Eusterbeck bald ins Visier hochrangiger politischer Strippenzieher, denen sie mit ihren Nachforschungen in die Quere kommt.


Ein fesselnder Politthriller, der Realität und Fiktion gekonnt miteinander vermischt und ein interessantes Licht auf das verwirrende Geflecht von Machtstrukturen, Loyalitäten und Abhängigkeiten wirft, die unser Regierungssystem bestimmen.