Christliche Bücher

Johanna Adam und Ursula Hauer: Keine Angst vor Gefühlen


Gefühle bestimmen unser Leben, aber wie wir mit ihnen umgehen, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Manche betrachten Emotionen mit Argwohn, andere lassen sich völlig von ihnen leiten, wieder andere nehmen ihre inneren Regungen kaum wahr.


Das Praxisbuch „Keine Angst vor Gefühlen“ will dem Leser helfen, Gefühle – bei sich selbst und anderen - besser zu begreifen und konstruktiv damit umzugehen. Es stellt die sechs Grundgefühle Wut, Angst, Trauer, Freude, Scham und Zufriedenheit mit anschaulichen Beschreibungen und Grafiken vor. Fragen und Übungen leiten dazu an, die eigenen Gefühle zu erforschen und zu erkennen, was sie uns sagen wollen.


Den Autorinnen gelingt es, umfassend, allgemein verständlich und praxisnah über psychologische Zusammenhänge zu informieren. Zentrale Punkte werden in Schaubildern übersichtlich dargestellt, und die Texte werden durch eindrucksvolle Bilder ergänzt. Eine umfangreiche Liste von Büchern und Filmen erlaubt es, einzelne Themen gezielt zu vertiefen.


Alles in allem ein wirklich hervorragend gemachtes Informations- und Praxisbuch für alle, die sich für die Welt der Gefühle interessieren und sich selbst und andere besser verstehen wollen.




farbenfroh: Die Psalmen zum Ausmalen

 

Malbücher für Erwachsene sind seit einiger Zeit sehr stark im Trend. Es gibt sie in allen Formen, zu allen Themen, und inzwischen bieten auch christliche Verlage die vielfältigsten Produkte zum Ausmalen an. Nachdem ich mich oft gefragt habe, ob die Sache tatsächlich so viel Spaß macht, wie die Werbung behauptet, wollte ich selbst einmal die Probe aufs Exempel machen.


Ich entschied mich für das Buch „farbenfroh: Die Psalmen zum Ausmalen“. Es enthält die Psalmen in der Neues Leben-Übersetzung und ist mit 80 Grafiken illustriert, die nach eigenem Geschmack bunt gestaltet werden können. Der breite Rand neben den Texten lädt außerdem zur weiteren kreativen Bearbeitung ein oder bietet einfach die Möglichkeit, sich Notizen zu machen.


Eine Freundin schenkte mir ein großes Sortiment hochwertiger Buntstifte, und so ausgestattet machte ich mich ans Werk. Ich hatte einige unerledigte Aufgaben im Nacken und zweifelte anfangs noch, ob ich mir dieses Malvergnügen wirklich erlauben könnte. Wäre es nicht sinnvoller, mich um meine Arbeit zu kümmern?


Erstaunlicherweise war ich nach kurzer Zeit so ins Ausmalen vertieft, dass alles andere in den Hintergrund trat. Es war eine Freude, mich von den Illustrationen und Psalmtexten inspirieren zu lassen und zu sehen, wie die Buchseiten immer farbenfroher wurden. Der Druck des Alltags verschwand, die Muße bewirkte innere Ruhe und Entspannung. Es war eine sehr wohltuende Erfahrung.


Bisher habe ich nur einige Seiten in dem Buch farblich gestaltet, aber schon jetzt freue ich mich über die persönliche Note, die es bekommen hat. Nach und nach wird so meine ganz individuelle Ausgabe der Psalmen entstehen, in der sich meine Stimmungen spiegeln.


Farbenfroh – ein wunderschönes Malbuch für Erwachsene, das es erlaubt, kreativ zu sein und der eigenen Einzigartigkeit Ausdruck zu verleihen.




Albrecht Gralle: Als Luther vom Kirschbaum fiel und in der Gegenwart landete


Als Luther vom Kirschbaum fällt und in der Gegenwart landet, so erzählt Albrecht Gralle in seinem kurzweiligen Roman, findet er Unterschlupf bei einem pensionierten Pfarrer, der seinen Glauben an Gott verloren hat. Während Luther versucht, sich in einer Welt zurechtzufinden, in der sich alles von allein bewegt und die Weiber in abgeschnittenen Hosen herumlaufen, werden sein selbstverständlicher Glaube und seine deutlichen Worte zu einer Herausforderung für etliche Menschen des 21. Jahrhunderts. Doch auch Luther stellt fest, dass er manche seiner Überzeugungen revidieren muss.


Eingebettet in die Komik, die sich durch die Konfrontation eines Menschen aus dem 16. Jahrhundert mit der modernen Welt ergibt, beschäftigt sich der Roman mit interessanten theologischen Themen und der Frage nach dem persönlichen Gottesbild.


Die Geschichte ist witzig, originell und sprachlich gut gelungen. Vor allem am Schluss, als Sondergast des Pfarrkonvents in Wittenberg, läuft Luther zur Hochform auf und verkündet in aller Deutlichkeit das Evangelium für unsere Zeit.


Lesenswert!




Christina Brudereck/Jürgen Mette: Reformation des Herzens


Mit ihrem Arbeitsbuch bieten Christina Brudereck und Jürgen Mette eine vierwöchige Reise zurück zu den Wurzeln an. Das Autorenteam greift die vier Grundsäulen der Reformation auf: sola gratia, sola scriptura, sola fide und solus Christus – allein die Gnade, allein die Schrift, allein der Glaube und allein Christus.


Jedem Thema sind sieben kurze Kapitel gewidmet, die ganz unterschiedliche Anregungen dazu geben – persönliche Erfahrungsberichte, allgemeine Betrachtungen, lyrische Texte.


Sie wollen nicht nur die elementaren Entdeckungen Martin Luthers vor Augen führen, sondern laden ein, das eigene Leben in den Blick zu nehmen. Was können Gnade, Bibel, Glaube, Christus uns heute bedeuten, wie können sie unser Herz berühren und bewegen?


Es lohnt sich, diese vielschichtigen, gut nachvollziehbaren Impulse aufzunehmen und sich davon herausfordern, ermutigen und inspirieren zu lassen. Dank des klar strukturierten Aufbaus und des Zusatzmaterials im Anhang eignet sich das Buch sehr gut für den Austausch in Hauskreisen oder anderen Kleingruppen.


Ergänzend gibt es eine DVD mit Statements prominenter Persönlichkeiten zu den vier soli – ideal als Ausgangspunkt zur Diskussion.




Andreas Malessa: Hier stehe ich, es war ganz anders


Der bekannte Journalist Andreas Malessa hat es sich in diesem erfrischenden Buch zur Aufgabe gemacht, einige Irrtümer über Luther aufzuklären. Von A bis Z geht er verschiedenen Fragen nach, zum Beispiel, ob Luther abergläubisch war, von wem das Apfelbäumchen-Zitat wirklich stammt, ob Luther gern eine Freikirche gegründet hätte, wie er zum Aufstand der Bauern stand, worauf die Bezeichnung „Protestanten“ zurückgeht und ob er Ehemännern allen Ernstes eine Zweitfrau empfahl.


Diese Ausführungen lesen sich unterhaltsam und amüsant. Was da im Plauderton serviert wird, ist gründlich recherchiert, sehr informativ und mit tiefgründigen Glaubenswahrheiten gewürzt.


Aus meiner Sicht eine gelungene Kombination von Wortwitz, Geschichtsunterricht und Theologie!




Elisabeth Büchle: Sturm im Paradies


Rebecca Siebeck ist als Sanitäterin mit dem Rettungshubschrauber im Einsatz und geht voll und ganz in ihrem Beruf auf. Im Umgang mit Männern dagegen ist sie zurückhaltend. Auch den einfühlsamen Ingenieur Lukas Becker hält sie zunächst auf Distanz. Anlässlich der Hochzeit eines gemeinsamen Freundes reisen Rebecca und Lukas jedoch Ende Dezember 2004 nach Thailand.


Gerade als sich im Urlaubsparadies von Khao Lak eine zarte Liebe zwischen ihnen entspinnt, löst ein unterseeisches Erdbeben den Tsunami aus, der aus heiterem Himmel Tod und Verwüstung bringt. Verzweifelt kämpfen Rebecca und Lukas wie Tausende andere in den Fluten ums Überleben.


Der Roman von Elisabeth Büchle widmet sich in der ersten Hälfte der vorsichtigen Annäherung zwischen Rebecca und Lukas. Tempo und Spannung des Buches steigern sich rasant mit der Schilderung des verheerenden Tsunamis in Thailand. Anschaulich beschreibt die Autorin, wie die Katastrophe über die ahnungslosen Menschen hereinbricht und wie hilflos Einheimische und Touristen ihr ausgeliefert sind.


Todesangst, Ohnmacht und Entsetzen, die verzweifelte Suche nach Angehörigen, das Ringen um Verletzte – all das wird atmosphärisch dicht und glaubhaft erzählt, sodass man als Leser mitten ins Geschehen hineingezogen wird. Für die Betroffenen gibt es große Bewahrung genauso wie schmerzhaften Verlust und die leise Frage, wo Gott in diesem unbegreiflichen Unglück zu finden ist.


Das Buch verzichtet auf den Versuch, eine einfache Antwort zu geben. Stattdessen stellt es mit Rebecca eine Person in den Vordergrund, die trotz allen Unheils Kraft aus ihrem Glauben zieht, und ermutigt so, auch in schweren Zeiten auf Gott zu vertrauen.


Mein Fazit: „Sturm im Paradies“ ist ein unterhaltsames, spannendes und teilweise bewegendes Buch, gut recherchiert und leicht zu lesen.




Ille Ochs: Im Käfig der Angst


Ille Ochs ist in behüteten Verhältnissen aufgewachsen, aber schon als Kind leidet sie unter Angstzuständen und Fluchttendenzen, die sie sich nicht erklären kann. Sie spürt, dass etwas nicht mit ihr stimmt. Doch erst als Erwachsene kann sie sich der lange verdrängten Wahrheit stellen, dass sie von ihrem Vater missbraucht wurde. Ein langer Prozess der Heilung beginnt, der für Ille Ochs zu einem Flug in die Freiheit wird.


Im Käfig der Angst ist ein sehr persönliches Buch über ein bedrückendes, oft totgeschwiegenes Thema. Es kann Betroffenen Mut machen, sich mit ihrer eigenen Geschichte auseinanderzusetzen und Heilung zu finden.




Fabienne Sita: Die Treppe. Eine ungewöhnliche Begegnung mit Gott


Die Künstlerin Fabienne Sita steckt in einer persönlichen Krise, die auch ihren Glauben erschüttert. Da spricht Gott eine geheimnisvolle Einladung an sie aus: dreißig Tage im Thronsaal. Dreißig Tage soll sie Gelegenheit haben, Gott zu begegnen und ihn neu kennenzulernen.


Voller Fragen, Erwartungen und Neugierde, manchmal auch erschöpft, trotzig oder wütend steigt Fabienne immer wieder die steile Treppe nach oben zum Thronsaal, der sich stets in anderer Form zeigt. Sie wird herausgefordert, geprüft, ermutigt, getröstet und gestärkt. Durch ihre Gespräche und Erlebnisse mit Gott erfährt sie nicht nur viel über sein Wesen, sondern auch über sich selbst. Sie lernt, Gott immer tiefer zu vertrauen, seine Hilfe anzunehmen und alle ihre Wünsche und Sehnsüchte ihn seine Hand zu geben.


Fabiennes Begleiter auf dem Weg zum Thronsaal ist der Mann in Weiß. Er ist immer zur Stelle, wenn es schwierig wird, und er kennt Fabiennes unausgesprochene Fragen. Mit großer Herzlichkeit und Güte steht er ihr zur Seite. Schon bald wird er ihr zum unverzichtbaren Freund, mit dessen Unterstützung sie sogar den Sprung ins Unbekannte wagt.


In vielfältigen Bildern greift das kunstvoll gestaltete Buch allseits bekannte Stolpersteine und Denkfallen in der menschlichen Beziehung zu Gott auf. Gleichnishaft werden durch die Erfahrungen der Erzählerin wertvolle geistliche Wahrheiten vermittelt. Besonders ansprechend ist die Darstellung von Gott und Jesus. Man spürt der Autorin in den Beschreibungen zugleich Liebe und Ehrfurcht ab.


Der Mann mit den silbernen Haaren und der Mann in Weiß erscheinen sympathisch - nahbar und liebevoll -, ohne auf eine menschliche Stufe herabgezogen zu werden. So wird ein positives, einladendes Bild von Gott gezeichnet, das Lust macht, die Treppe zum Thronsaal zu erklimmen und ihm selbst zu begegnen.




Irene Hannon: Die Leute aus der Lighthouse Lane


Diese Romanserie der amerikanischen Autorin ist auf der Insel Nantucket angesiedelt und erzählt davon, wie Menschen sich begegnen, sich verlieben und mit Gottes Hilfe verschiedene Schwierigkeiten und Schicksalsschläge meistern. Die in sich abgeschlossenen Geschichten lassen sich sehr gut lesen, sie sind unterhaltsam und bezeugen unaufdringlich, dass es sich lohnt, auf Gottes Güte zu vertrauen.


Gezeiten der Hoffnung


Schon bei der ersten Begegnung zwischen der Kapitänin Kate McDonald und Craig Cole, dem Chef der Küstenwache, sprühen die Funken. Doch beide haben schon einmal einen Lebenspartner verloren und sind davon überzeugt, dass es keine neue Beziehung für sie geben kann. Werden sie Angst und Schuld überwinden und der Liebe eine Chance geben?



Der Held von nebenan


Nach einem missglückten Undercover-Einsatz zieht der Polizist Justin Clay für drei Monate auf die beschauliche Insel Nantucket. Doch sein Aufenthalt wird nicht so geruhsam wie erhofft. Ein widerspenstiger Teenager, schmerzhafte Familienverhältnisse und die bohrende Frage, warum er als verdeckter Vermittler aufflog, halten ihn in Trab. Zu allem Überfluss schleicht sich auch noch die entzückende Teestubenbesitzerin Heather Anderson in sein Herz ...




Annette Sorge: Der Kampf um Colorania

Band 1: Emith und der Herr der Farben


Michaela ist unglücklich. In der Schule wird sie gehänselt und zu Hause hat sie es auch nicht leicht. Plötzlich erhält sie geheimnisvolle E-Mails mit einer Fortsetzungsgeschichte, die sie in ihren Bann zieht:


Das graue Land Colorania wird von den schwarzen Rittern und ihrem finsteren Herrn regiert. Die Kinder Emith und Cynthia müssen vor ihnen fliehen und suchen Hilfe beim wahren König. Doch bevor die Farben nach Colorania zurückkehren können, muss der Schwarze Meister besiegt werden – auf andere Weise, als die Anhänger des Königs es sich vorgestellt haben.


Michaela fängt an, auch ihr Leben mit neuen Augen zu sehen.


Hier werden christliche Inhalte in eine spannende Abenteuergeschichte verpackt, und es wird deutlich, dass es auch heute noch möglich ist, Gott zu begegnen und mit seiner Hilfe zu rechnen. Für Kinder ab 9 Jahren.




Mandy Muckett: Du bist wunderschön


Aus der Erfahrung heraus, dass im Leben vieler Frauen ein großer Spalt zwischen Wunsch und Wirklichkeit klafft, hat die Engländerin Mandy Muckett dieses Buch geschrieben. Sie berichtet ehrlich und humorvoll, wie sie als junge Frau versucht, nach außen etwas darzustellen, während sie innerlich unsicher und orientierungslos ist. Die Begegnung mit Jesus Christus wird für sie zum Startpunkt für ein Leben, das sich aus Gottes Liebe nährt. Sie lernt, auf die Stimme des Heiligen Geistes zu hören und sich Schritt für Schritt umgestalten und gebrauchen zu lassen.


In ihren sehr persönlich gehaltenen Ausführungen erzählt die Autorin von Einsichten und Begebenheiten, durch die ihr bewusst geworden ist, welchen Wert und welche Schönheit sie in Gottes Augen besitzt. Es entsteht der Eindruck eines sehr bunten, aufregenden Lebens unter der Leitung von Gottes Geist, nicht ohne Herausforderungen, aber immer in der Gewissheit, dass es nichts Besseres gibt, als sich auf Gott zu verlassen. Mandy Mucketts unkonventioneller, lebhafter Schreibstil und ihr freundschaftlicher Ton vermitteln das Gefühl, als würde man persönlich mit ihr zusammensitzen.


Mit seiner klaren evangelistischen Ausrichtung wendet sich das schön gestaltete Buch in erster Linie an Frauen, die auf der Suche nach Sinn und Halt für ihr Leben sind. Mandy Muckett lebt mit ihrer Familie in Basel. Sie gehört der Oikos International Church an und ist auch als Rednerin bei Frauentreffen unterwegs.




Brad Huebert: Die Stimme des Königs. Eine dramatische Reise nach Hause


Als Ivan sich entscheidet, Jesus nachzufolgen, findet er sich plötzlich in Basileia, der Stadt des Königs, wieder. Er lernt, sich an die Regeln zu halten, dem König nachzujagen und eine Maske zu tragen. Doch seine tiefe Sehnsucht, dem König wirklich zu begegnen, bleibt ungestillt. Erst als Ivan wütend aufgeben will, erfährt er, wie der König sein ganzes Leben und Denken verändert.


Diese spannende allegorische Erzählung verdeutlicht mit eindrücklichen Bildern, welche Denkfallen und falschen Vorstellungen uns von einer erfüllten, dynamischen Beziehung mit Jesus abhalten. Der Autor macht Mut, mit Gottes unsichtbarer Wirklichkeit zu rechnen und eine neue, vertrauensvolle Lebensweise zu wagen. Mit biblischen Verweisen und Fragen zur Vertiefung, die sich auch für das Gespräch in einer Kleingruppe eignen.


Ein unterhaltsames und zugleich herausforderndes Buch, das viele Fragen über die eigene Glaubenspraxis anstößt und über den Weg der Fantasie einen neuen Zugang zu Gottes Wahrheiten schenken kann.




Michael Leonhardi: Gottesdienste dramaturgisch


Die 15 Gottesdienstentwürfe, die in diesem Buch versammelt sind, entstanden in der Evangelischen Studentengemeinde Dresden. Sie kombinieren liturgische Bestandteile, Lieder, dialogische Lesungen und Predigten, Spielszenen und andere dramaturgische Elemente zu spannenden Gottesdiensten, die die biblische Botschaft in unsere Lebenswirklichkeit hineintragen. Jede Ausarbeitung wird durch Angaben zu Material, Vorbereitung und methodische Umsetzung ergänzt.


Die Themen sind modern gestaltet und auf die Fragen und Bedürfnisse unserer Zeit zugeschnitten. So geht es z.B. um Träume, Ziele, Geschwister, Zweifel und das Haus des Glaubens.


Eine wunderbare Fundgrube für alle, die Bewegung und frischen Wind in ihre Gottesdienste bringen wollen! Anregend, praktisch und umsetzbar!




Martin Schleske: Der Klang


Als Geigenbauer ist Martin Schleske international anerkannt und auch als Autor hat er sich inzwischen einen Namen gemacht. Sein Buch „Der Klang: Vom unerhörten Sinn des Lebens“ lag nur zwei Jahre nach seinem Erscheinen bereits in der sechsten Auflage vor. Viele begeisterte Leserstimmen bezeugen, dass Schleskes Worte sie zutiefst berührt und ergriffen haben. Was macht die Faszination seines Buches aus?


Zum einen ist es ungeheuer spannend, einen kleinen Einblick in die Entstehungsgeschichte einer Geige zu bekommen. Von der Suche nach geeignetem Holz in hochgelegenen Bergwäldern über die Harmonie der Gegensätze im Entwurf des Instruments, Faktoren der Klangfarben und Gestaltung der Wölbung bis hin zum Geheimnis des Geigenlacks nimmt Schleske den Leser in seine Arbeit mit hinein.


Jeder Satz zeugt von seinem Fachwissen und seiner Hingabe und voller Hochachtung spürt man, dass hier wirklich ein Meister seiner Kunst am Werk ist. Und das auch in literarischer Hinsicht. Seine Sprache ist wortgewaltig, sehr dicht und bildhaft, eindringlich und leidenschaftlich, dabei gleichzeitig direkt und klar.


Schleske vermittelt nicht nur eine Vorstellung von seiner handwerklichen und musikalischen Kunst, sondern nimmt einzelne Arbeitsschritte und Überlegungen zum Anknüpfungspunkt für eine Vielzahl von Gleichnissen über die Beziehung zwischen Gott und Mensch. Darin liegt für mich der wahre Schatz dieses Buches.


Er spricht von der Berufung jedes einzelnen Menschen, in Gottes Hand zum Instrument zu werden und einen ganz eigenen, unverwechselbaren Klang zu entfalten. So wie Schleske als Geigenbaumeister mit dem Holz arbeitet, den individuellen Faserverlauf berücksichtigt und mit Achtung und Weisheit den Hobel ansetzt, um das Holz zum Klingen zu bringen, so behutsam und würdigend ist Gottes Umgang mit uns Menschen. Wir sind seine Kunstwerke und finden unsere Bestimmung und Erfüllung, wenn wir einwilligen, dass seine Liebe, Gnade und Gerechtigkeit durch unser Leben zum Ausdruck kommen.


Dieser Weg führt uns unweigerlich zum Mitmenschen und in die Gemeinschaft hinein, macht uns zu Mitgliedern eines großen Orchesters, in dem jeder mit seinem besonderen Klang zur Gesamtwirkung der Symphonie beiträgt. Nicht mehr das persönliche Glück steht im Fokus, sondern die Frage, was sich durch uns erfüllen soll, was unserem Leben zugetraut wird und wie wir das Charakteristische des anderen wahrnehmen und fördern können.


Abschnitt um Abschnitt, Seite für Seite steckt Schleskes Buch voller tiefer Einsichten und treffend formulierter Wahrheiten. Man kann es unmöglich einfach herunterlesen, sondern braucht Zeit, um seine Gedanken zu erfassen und nachwirken zu lassen. Und hat man das Ende erreicht, möchte man am liebsten sofort wieder von vorn beginnen, um sich noch einmal von ihm anregen und befeuern zu lassen.


Schon lange hat mich kein Buch mehr so inspiriert und bewegt wie „Der Klang“. Ich kann nur empfehlen: Lesen Sie es selbst!




Roland Werner: Das Buch NT


Eine wunderbar gelungene neue Übertragung des Neuen Testaments, die es ermöglicht, die altvertrauten Texte ganz neu zu entdecken. Die lebensnahen Formulierungen des Sprachwissenschaftlers und Theologen Roland Werner machen den Text gut verständlich, ohne dass man das Gefühl hat, dass hier übermäßig vereinfacht oder modernisiert worden ist. Auf eine durchgängige Verszählung wurde verzichtet, was den sinngemäßen Zusammenhang innerhalb eines Abschnitts verstärkt. So lesen sich die Texte flüssig und interessant und entfalten ihre bis heute erhalten gebliebene Aktualität. Ich bin begeistert von dieser guten Ergänzung in der Landschaft der Bibelübersetzungen!




Gordon MacDonald: Ich will meine Gemeinde zurück. Wenn mein geistliches Zuhause mir fremd wird


Was geschieht, wenn eine neue Generation frischen Wind in eine Gemeinde bringen will? Vertraute Elemente verändern sich, ein neuer Musikstil wird eingeführt, Altbewährtes verschwindet. Langjährige Mitglieder bekommen plötzlich das Gefühl: “Das ist nicht mehr meine Gemeinde. Ich habe meine geistliche Heimat verloren.”


Eine solche Situation ist der Ausgangspunkt für Gordon MacDonalds Buch. Anhand einer fiktiven Gemeinde, die sich im Aufbruch befindet, erzählt er von typischen Schwierigkeiten und Reaktionen, die dabei auftreten. Dazu nimmt er uns in eine Gruppe von Menschen hinein, die einmal wöchentlich zusammenkommt, um über die aktuelle Gemeindesituation zu sprechen.


Je offener sich die Mitglieder dieser “Entdeckergruppe” austauschen, desto stärker kommt es zu echter Begegnung und Verständigung. Es findet eine Entwicklung statt, die positiv in die Gemeinde hinein wirkt. Am Ende ist niemand mehr dort, wo er vorher war, und für die Gemeinde gibt es eine neue Perspektive.


Sehr geschickt nutzt der Autor eine glaubhafte Handlung als Transportmittel für viele Sachinformationen und theologische Überlegungen. Das macht den Ratgeber zu einer gehaltvollen und gleichzeitig unterhaltsamen Lektüre.


Die Teilnehmer der „Entdeckergruppe“ werden so lebensnah porträtiert, dass man sich selbst oder allerlei Bekannte in ihnen wiederzufinden meint. Der Grundton des Autors ist humorvoll, aber einige Kapitel haben mich auch zu Tränen gerührt.


Ich möchte dieses Buch jedem ans Herz legen, dem die Gemeinde etwas bedeutet. Die Frage, wie eine über viele Jahre gewachsene Gemeinschaft zukunftsfähig gemacht werden kann, betrifft uns alle. Dieses Buch kann viel zur Verständigung zwischen den Generationen beitragen und neue Sichtweisen dafür eröffnen, was Gottes Auftrag für die Gemeinde ist.




Gerti Strauch: Das Gemeindekarussell. Befreite Beziehungen leben


Unser Glaube an Jesus Christus sollte uns zu freien Menschen machen, doch viele unserer Beziehungen, gerade auch in der Gemeinde, sind gekennzeichnet von Abhängigkeiten. Statt einzig und allein nach dem Willen Gottes für unser persönliches Leben zu fragen, entwickeln wir feine Antennen für die Erwartungen unserer Mitmenschen und richten unser Verhalten und unsere Entscheidungen danach aus.


Die Autorin gebraucht hierfür das Bild des Karussells, auf dem wir uns unaufhörlich im Kreis drehen, ohne wirklich weiter zu kommen. Drei vorherrschende Fahrzeuge – Rollen, die wir einnehmen – gibt es auf diesem Karussell: Da sind die Rettungsfahrzeuge Feuerwehr und Krankenwagen, die immer reagieren, wenn es brenzlig wird. Sie fühlen sich automatisch verantwortlich, wenn jemand ein Problem hat. Die Fahrradfahrer dagegen strampeln sich meist vergeblich ab. Sie fühlen sich benachteiligt und ohnmächtig und signalisieren, dass sie Unterstützung brauchen, weil sie es allein nicht schaffen. Das dritte Fahrzeug ist das Polizeiauto. Es achtet darauf, dass alles seine Ordnung hat und die richtige Lehre gewahrt bleibt.


Weil sich dieses Karussell letzten Endes nur um menschliche Gefühle, Bedürfnisse und Verpflichtungen dreht, müssen wir es verlassen, sagt Gerti Strauch. Das heißt, wir müssen automatisierte Beziehungsmuster ablegen, damit Jesus wieder der wahre Mittelpunkt der Gemeinde und des eigenen Lebens werden kann.


An zahlreichen Beispielen aus der Gemeindepraxis erläutert sie, wie das Karussell funktioniert. Sie erzählt von ihrem eigenen Weg aus alten Rollen und Festlegungen und lässt verschiedene andere Menschen zu Wort kommen, die diesen Schritt gewagt haben. Es wird deutlich, dass viel Mut und Durchhaltevermögen dazu nötig sind. In der entstehenden Freiheit kann man Gottes Reden ganz neu wahrnehmen und erstaunliche Möglichkeiten entdecken, wie er sein Reich baut.


Beim Lesen des Buches habe ich zwischen Zustimmung und Abwehr, Begeisterung und Furcht geschwankt. Es streichelt nicht einfach die Seele, sondern ist eine Herausforderung, sich zu mehr persönlicher Reife auf den Weg zu machen. Ich würde mir wünschen, dass Gerti Strauchs Ausführungen in unseren Gemeinden gelesen, diskutiert und umgesetzt werden.




Christel und Ulrich Eggers (Hrsg.): Warum wir uns noch immer lieben


16 Ehepaare, von denen einige 30 Jahre und länger miteinander verheiratet sind, plaudern aus dem Nähkästchen: Sie erzählen, was ihnen für ihre Beziehung wichtig geworden ist, wie sie eine Balance von Nähe und Distanz gefunden haben, wie sie aneinander gewachsen sind, was ihnen geholfen hat, treu zu bleiben, wie sie mit der Sexualität umgehen und was sie tun, um ihre Liebe immer wieder neu zu beleben.


Es sind sehr persönliche und sehr unterschiedliche Berichte, die deutlich machen, dass jedes Paar seine eigene Geschichte hat und dass es kein Patentrezept für eine gelingende Ehe gibt. So kommt das Buch nicht als ultimativer Ratgeber daher, sondern als Zusammenstellung individueller Erfahrungen und Einsichten.


Die Ehrlichkeit, mit der auch Bereiche angesprochen werden, an denen die Paare zu kämpfen hatten oder bis heute noch arbeiten, macht das Buch für mich glaubhaft und ermutigend. Es gibt gute Anstöße für die eigene Beziehung und eignet sich für frisch Verliebte genauso wie für langjährige Ehepartner.




Rob Frost: Was ich gern gewusst hätte, als ich Christ wurde

Der Autor beschäftigt sich mit verschiedenen geistlichen Themen aus den Bereichen Glaube, Nachfolge, Vertrautheit mit Christus, Gemeinde und Leid. Er erzählt, wie sich seine Sichtweise im Lauf der Jahre verändert hat. Ich finde es wertvoll, wie ehrlich Rob Frost von seinen Irrtümern und persönlichen Entwicklungen berichtet. Wer ein bisschen herausgefordert werden will in seinem christlichen Denken und Leben, dem wird dieses Buch viel Gewinn bringen.



Eva Herman: Das Überlebensprinzip. Warum wir die Schöpfung nicht täuschen können


Die frühere Tagesschausprecherin Eva Herman, die eine Rückkehr zu traditionellen Werten in Ehe und Familie propagiert und zeitweise einer regelrechten Hetzjagd in den Medien ausgesetzt war, hat sich mit dem Publizisten Friedrich Hänssler zu einem Gespräch getroffen und seine Fragen beantwortet.


Herausgekommen ist ein Buch mit engagierten Statements zu einer Reihe von Themen, die Eva Herman am Herzen liegen: Da geht es um die gesellschaftliche Lage von Familien in Deutschland, die Auswirkungen des Feminismus, Kritik an Kinderkrippen, die Bedeutung des Stillens und den Umgang mit der Schöpfung.


All das ist bereits aus anderen Publikationen bekannt. Was dieses Buch trotzdem so lesenswert macht, ist das Gefühl, hier der privaten Eva Herman zu begegnen. Persönliche Themen wie ihre Beziehung zu Gott, einzelne Kindheitserlebnisse und ihre eigenen Erfahrungen als Karrierefrau und Mutter werden offen angesprochen. Sie äußert sich zu den Anfeindungen, die sie vor allem durch die Medien erlebt hat, und erzählt von den Dingen, die ihr inmitten dieser Stürme Halt geben. Ergänzt wird das Buch durch 20 Fotoseiten mit privaten Bildern von der Kindheit bis zur Gegenwart.


Eva Herman besitzt den Mut, eine unpopuläre Meinung öffentlich zu vertreten, und wer mehr über ihre Anliegen und ihre Motivation erfahren möchte, für den ist dieses Buch genau die richtige Lektüre.




Eva Herman: Das Eva Prinzip. Für eine neue Weiblichkeit

 

Ausgehend von der Beobachtung, dass immer weniger Kinder geboren werden, immer mehr Partnerschaften zerbrechen und immer mehr Frauen unter dem Spagat zwischen Berufs- und Privatleben leiden, plädiert Eva Herman dafür, dass Frauen sich wieder auf ihre eigentlichen Fähigkeiten und Stärken besinnen:


Anstatt für Selbstverwirklichung zu kämpfen und sich männliche Eigenschaften anzueignen, um sich in der Berufswelt durchzusetzen, sollen sie ihr Leben der Familie widmen. Dabei können sie die Erfahrung machen, wie erfüllend und beglückend es ist, Kinder zu bekommen, sie aufwachsen zu sehen, ihnen Zeit und Zuwendung und ein gutes Zuhause zu schenken. Männer sollen nicht als Konkurrenten oder Erziehungsobjekte betrachtet werden, sondern als gleichwertige Partner, denen man Freiräume und anders geartete Bedürfnisse zugesteht.


Wo die gesellschaftlichen Bedingungen für Frauen und Familien nachteilig sind, mahnt die Autorin an, selbst aktiv zu werden und nicht nur vom Staat zu erwarten, er möge bessere Verhältnisse schaffen. Sie betont außerdem, dass die Forderungen nach flächendeckender Betreuung von Kleinkindern und die Vorstellung, eine Frau müsse erwerbstätig sein, um als Person etwas zu gelten, auf den Einfluss einer radikalen feministischen Bewegung zurückgehen, die ihre Daseinsberechtigung längst verloren hat.


Überhaupt liest sich das ganze Buch streckenweise wie eine persönliche Abrechnung mit dem Feminismus, sehr engagiert und kämpferisch. Es richtet sich offenbar an Frauen, die als höchstes Ziel die eigene Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit anstreben und denen Kinder nicht ins persönliche Lebenskonzept passen. Eva Herman möchte sie wachrütteln und ihnen klar machen, wie sehr sie sich selbst und der gesamten Gesellschaft mit ihrer Einstellung schaden.


Im Grunde unterstütze ich das Anliegen der Autorin. Ich bin als Mutter bewusst zu Hause bei den Kindern geblieben und habe die Kleinkinderphase als zwar anstrengende, aber erfüllende Zeit erlebt. Trotzdem hat sich bei einigen ihrer Ausführungen der Widerspruch in mir geregt.


Ist es als Frau wirklich meine Bestimmung, zuallererst für die Kinder und den Mann da zu sein? Was ist mit meinen anderen Fähigkeiten und Begabungen? Was ist, wenn ich zwar meine Kinder liebe, aber keine Freude an hausfraulichen Tätigkeiten habe? Und was ist, wenn die Kinder größer werden und ich gern wieder in den Beruf einsteigen würde – ist es wirklich so einfach, wie Frau Herman meint, die eigene Karriere nach der Kindererziehungsphase wieder aufzunehmen? (Meine Erfahrung ist da eine andere!)


Ist es fair, erwerbstätigen Frauen zu unterstellen, sie hätten nur ihre Selbstverwirklichung und einen unnötig gesteigerten Lebensstandard im Blick? Haben nicht gerade Familien derart mit den wachsenden Lebenshaltungskosten zu kämpfen, dass ein zweites Einkommen für viele überlebensnotwendig geworden ist?


Ist es ein guter Grund, Kindertagesstätten von vornherein abzulehnen, nur weil die in Deutschland vorhandene (Ganztags-) Betreuung für kleine Kinder von unzureichender pädagogischer Qualität ist? Könnte das nicht vielmehr Anlass dazu sein, sich für eine Verbesserung der Angebote einzusetzen? Zeigt nicht der Vergleich mit unserem Nachbarland Frankreich, dass dort, wo es für Frauen einfacher ist, Berufstätigkeit und Familie miteinander zu verbinden, nicht über niedrige Geburtenraten geklagt werden muss?


Ich möchte das Buch all denen empfehlen, die sich gern mit gesellschafts- und familienpolitischen Fragen und der Rolle von Männern und Frauen auseinandersetzen. Es mag eine Mischung aus guten Ansätzen, wenig differenzierten Sichtweisen und idealisierten Vorstellungen sein, aber eines ist es auf jeden Fall: äußerst anregend.


Bei der Lektüre musste ich immer wieder Pausen einlegen und mit meinem Mann über Frau Hermans Aussagen diskutieren. Und vielleicht hat die Autorin damit ja ihr wichtigstes Anliegen erreicht: Dass die gesellschaftlichen Verhältnisse nicht einfach als gegeben angenommen werden, sondern dass man darüber redet, wo wir stehen, wo wir hinwollen und was das für jeden persönlich bedeutet.