Belletristik

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

 

Luise wächst im Westerwald auf, in einer kleinen dörflichen Gemeinschaft, in der jeder seinen festen Platz hat und es fast nur offene Geheimnisse gibt. Ihr winziger Kosmos besteht aus den überwiegend abwesenden Eltern, ihrer wundervollen, weisen Großmutter Selma, dem Optiker und ihrem besten Freund Martin.


Als Selma von einem Okapi träumt, wissen alle im Dorf, dass im Lauf des nächsten Tages jemand sterben wird. Dies bewegt so manchen, das eigene Leben zu ordnen, Geständnisse abzulegen und belastendes Material verschwinden zu lassen. Bis dann wirklich ein Todesfall eintritt, der nicht nur Luises Leben im Innersten erschüttert.


Dieser großartige Roman erzählt vom Bleiben und Verlassen, von der Trauer und vom Weitergehen. Vor allem aber erzählt er von der Liebe, die Schmerzen heilt, nicht aufgibt und das Unmögliche wagt.


Komische und tragische Elemente vereinen sich in diesem zauberhaften Buch zur perfekten Mischung, es ist warmherzig, klug und feinfühlig. Die einzigartigen Charaktere sind schrullig und liebenswert und in ihrer unpathetische Art, aufeinander zu achten, entfaltet sich eine tiefe Herzlichkeit.


Die Geschichte steckt voller entzückender Details und die ungekünstelte Sprache berührt durch sinnfällige Bilder, Prägnanz und Klarheit.




J. L. Carr: Ein Monat auf dem Land


Der junge Kriegsveteran Tom Birkin kommt im Sommer 1920 in das kleine nordenglische Dorf Oxgodby. Der Restaurator hat den Auftrag, ein mittelalterliches Wandgemälde in der Kirche freizulegen. Das friedliche Dorf mit seinen eigenwilligen und doch liebenswerten Bewohnern wird für Birkin zu einem Ort der Heilung, an den er sein Leben lang zurückdenken wird.


Ein bezauberndes Buch voller Zartheit und Menschenliebe, sprachlich elegant und feinsinnig. Federleichte Sommerlektüre, die die Seele streichelt!




Anthony McCarten: Jack


Jan Weintraub, großer Fan von Jack Kerouac, ist fest entschlossen, die Biografie des ehemaligen Idols der Jugendbewegung zu schreiben. Die Literaturstudentin stöbert den abgehalfterten alkoholkranken Autor an seinem Rückzugsort auf und drängt sich mit großer Hartnäckigkeit in sein Leben. Doch ist sie wirklich diejenige, die sie zu sein vorgibt?


In diesem cleveren Roman dreht sich alles um die Frage nach geraubten Identitäten und den Wunsch, sich neu zu erfinden.


Eine faszinierende Erzählstimme, bemerkenswerte Charaktere und geschickte Wendungen machen dieses Buch zu einer fesselnden, anregenden Lektüre.




Anne Reinecke: Leinsee


Karl ist der Sohn des berühmten Künstlerehepaars Ada und August Stiegenhauer, wuchs jedoch im Internat auf und hatte lange keinen Kontakt mehr zu den Eltern. Als ihn die Nachricht erreicht, dass seine Mutter an Krebs erkrankt ist und sein Vater sich umgebracht hat, kehrt er in die elterliche Villa am Leinsee zurück.


Wie benommen bewegt er sich durch eine Welt, in der er sich nicht zu Hause fühlt. Einziger Lichtblick ist ein kleines Mädchen, das immer wieder in seinem Garten auftaucht. In der zarten Freundschaft, die sich entwickelt, findet Karl Halt und Lebenskraft.


Selbst Jahre später, als er in Berlin lebt und mit seinen Kunstwerken auf der ganzen Welt gefeiert wird, zieht es ihn an den Leinsee und zu Tanja zurück.


Sprachlich meisterhaft erzählt die Autorin von innerer Heimatlosigkeit und der Sehnsucht, wahrgenommen zu werden.


Unterhaltsam, spannend und berührend!




Anna Quindlen: Ein Jahr auf dem Land


Früher war Rebecca eine berühmte Fotografin, doch das ist lange her. Um sich finanziell über Wasser zu halten, vermietet sie ihr New Yorker Apartment und zieht in ein marodes Haus auf dem Land. Gänzlich unerwartet findet sie dort neue Perspektiven für ihr Leben.


Ein kleines literarisches Meisterwerk, unsentimental und scharfzüngig, gleichzeitig voller Herz.


Für mich ein richtiges Wohlfühlbuch!




Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore I


Der namenlose Protagonist dieses Romans zieht nach der Trennung von seiner Frau ziellos in Japan umher und mietet sich schließlich im leerstehenden Haus eines berühmten Künstlers ein. Er entdeckt ein bisher unbekanntes Bild dieses Künstlers mit dem Titel „Die Ermordung des Commendatore“, das ihn außerordentlich fasziniert und ihm viele Rätsel aufgibt.


Der Mann, selbst ein erfolgreicher Porträtmaler, freundet sich mit seinem undurchsichtigen Nachbarn Menshiki an und beginnt wieder zu malen. Er bekommt Besuch von einer Person gewordenen Idee, die jedoch nur für ihn sichtbar ist. Soweit der erste Teil der Geschichte.


Murakami erzählt sehr detailreich und gemächlich. Anfangs fand ich das irritierend, aber die zunehmend surreale Handlung zog mich dann doch in ihren Bann. Leider bricht das Buch mitten im Geschehen ab, sodass sich erst mit dem zweiten Band des Romans ein vollständiges Bild ergeben wird.


Die Sprache ist schlicht. Als Leserin hatte ich immer das Gefühl, mich auf einer harmlosen Oberfläche zu bewegen, unter der sich ein Abgrund verbirgt. Es entsteht beim Lesen eine schleichende Spannung, wohin die Geschichte noch führen wird.




Isabel Bogdan: Der Pfau


Eine Gruppe von Bankern zieht sich in die idyllische Abgeschiedenheit eines schottischen Anwesens zurück, um dort ein Teambildungsseminar durchzuführen. Ein verrückt gewordener Pfau nebst anderen Unwägbarkeiten bringt das Programm jedoch durcheinander.


Geschliffene Formulierungen, ein gemächliches Erzähltempo und feinsinniger Humor machen diesen Roman zum Genuss!




Miquel Reina: Lichter auf dem Meer


Seit ihr kleiner Sohn vor vielen Jahren ertrunken ist, leben Harold und Rose zurückgezogen am Rand einer Tuffsteinklippe. In der Nacht vor ihrem erzwungenen Umzug ins Altersheim reißt ein Unwetter die Klippe mitsamt dem Haus ins Meer.


Für Harold und Rose beginnt eine gefährliche, entbehrungsreiche Reise, die sie bis ins Polargebiet und an den wunden Punkt ihres Lebens führt. In der Gemeinschaft eines kleinen Nomadenstamms finden sie Heilung und den Mut zu einem Neuanfang.


Diese spannende, bisweilen dramatische Geschichte erzählt, wie eine Katastrophe zwei Menschen aus ihrer Erstarrung befreit und ihnen hilft, sich mit der Vergangenheit zu versöhnen.


Leicht zu lesen, unterhaltsam und berührend.




Eleanor Brown: Die Lichter von Paris


Genau wie ihre Großmutter Margie leidet Madeleine unter dem Erwartungsdruck ihrer Umwelt. Als sie Margies Tagebücher liest, findet sie den Mut, ein selbstbestimmtes Leben zu wagen.


Ein ganz wundervolles Buch über zwei Frauen, die nicht ins Schema passen und trotzdem ihren eigenen Wert entdecken.


Einfühlsam und stimmungsvoll erzählt.




Anne-Laure Bondoux/Jean-Claude Mourlevat: Lügen Sie, ich werde Ihnen glauben!


Der berühmte Schriftstelle Pierre-Marie Sotto findet von einer ihm unbekannten Adeline Parmelan einen dicken Umschlag in seinem Briefkasten vor. Weil er kein Interesse an dem vermeintlichen Manuskript hat und es umgehend zurückschicken möchte, kontaktiert er die Absenderin per E-Mail und bittet sie um ihre Adresse.


Adeline lässt sich jedoch nicht so einfach abwimmeln, und ehe er es sich versieht, steckt Pierre-Marie mitten in einem angeregten Mailwechsel mit einer charmanten und überaus faszinierenden Bewunderin. Je größer ihre Nähe und Vertrautheit wird, desto stärker wächst in Pierre-Marie der Verdacht, dass seine Mailfreundin irgendwie in Beziehung zu seiner vor drei Jahren spurlos verschwundenen Ehefrau steht.


Das noch immer ungeöffnete Kuvert von Adeline könnte ihm Aufschluss geben, doch was würde das für die zarte Liebe bedeuten, die Adeline und ihn verbindet?


Ein bezaubernder Briefroman, sprachlich elegant und geistreich, mit zwei großartigen Charakteren, die sich auf mitreißende, witzige, tiefgehende Weise nach und nach ihr Leben offenbaren.


Vom beschwingten Schriftwechsel zwischen Pierre-Marie und Adeline wird man sofort in den Bann gezogen und verfolgt die wendungsreiche Geschichte voller Spannung bis zur letzten Seite. Einfach großartig!




Jean A. Pendziwol: Das Licht der Insel


Nachdem sie beim Graffitisprayen erwischt wurde, muss Morgan in einem Seniorenheim Sozialstunden ableisten. Dort lernt sie die fast völlig erblindete Elizabeth Livingstone kennen. Durch ein paar alte Tagebücher und Elizabeths Erzählungen taucht sie in eine dramatische Familiengeschichte ein, die auch etwas mit ihrem eigenen Leben zu tun hat.


Der wendungsreiche Roman beschreibt atmosphärisch und packend das Leuchtturmwärterleben auf einer kanadischen Insel, die Intensität von Beziehungen innerhalb eines eng begrenzten Raums und die tragischen Folgen, die einzelne Begebenheiten nach sich ziehen können.


Dieses Buch hat mich sofort in seinen Bann gezogen und bis zur letzten Seite gefesselt. Wunderschön erzählt!




Ayisha Malik: Ausgerechnet du und ich


Zusammen mit ihren Schwiegereltern in einem Haus leben - das kommt für Sofia nicht in Frage, und so platzt die geplante Hochzeit mit Imran. Was nun? Für ihre pakistanische Familie ist nichts wichtiger, als die Töchter gut und möglichst bald unter die Haube zu bringen. Während Sofia an einem Buch über die Partnersuche unter Muslimen arbeitet, wägt sie ihre eigenen Optionen ab. Soll sie ihrem Verstand folgen oder gibt es vielleicht auch eine Chance für ihr Herz?


Die Erzählerin verbindet Humor und die Liebe zu ihrer turbulenten Familie mit Klugheit und Feingefühl. Spitzig, leicht, aber nie oberflächlich.


Wer Bridget Jones mag, wird auch ihr muslimisches Gegenstück Sofia Khan lieben.




Annie Darling: Der kleine Laden der einsamen Herzen


Überraschend erbt Posy Morland eine wenig gewinnbringende Buchhandlung. Sie möchte einen speziellen Laden für Liebesromane daraus machen, aber leider hat ihr Lieblingsfeind Sebastian, Enkel der verstorbenen Besitzerin, ein Wörtchen mitzureden.


Obwohl sich Posy fast täglich mit ihm herumärgern muss, kann sie sich seiner magnetischen Ausstrahlung kaum entziehen und verarbeitet ihre geheimen Träume in literarischer Form.


Bei aller Vorhersehbarkeit eine witzige, lebhaft geschriebene Komödie, die sich in der Tradition der romantischen Literatur sieht und vergnüglich unterhält. Sehr sympathisch.




Stephanie Butland: Ich treffe dich zwischen den Zeilen


Als Kind hat Loveday auf tragische Weise ihre Familie verloren. Seither traut sie keinem Menschen mehr. Ihr Zufluchtsort ist das Antiquariat, in dem sie arbeitet.


Als sie Nathan kennenlernt, beginnt sie sich langsam zu öffnen. Doch die Vergangenheit lässt sich nicht so einfach überwinden.


Eine zarte, liebenswerte Geschichte über eine tief verletzte Seele, die es wagt, sich dem Leben zu stellen.


Wunderschön und berührend!




Claire Fuller: Eine englische Ehe


Nach einer überstürzten Liebesaffäre mit ihrem Literaturprofessor verliert die junge Ingrid ihren Studienplatz und der gefeierte Schriftsteller Gil Coleman seine Professur. Die beiden heiraten und bekommen zwei Töchter. Doch es ist keine glückliche Ehe. Gil ist seiner Frau notorisch untreu; Ingrid schreibt ihm bekümmerte Briefe, die sie in seinen Büchern versteckt, und eines Tages verschwindet sie spurlos.


Zwölf Jahre später glaubt Gil, Ingrid in der Stadt gesehen zu haben. Die Tochter Flora, die den Verlust der Mutter nie verkraftet hat, kehrt nach Hause zurück und hofft auf Antworten. Aber Gil ist sterbenskrank und möchte vor seinem Tod noch ein paar Dinge in Ordnung bringen.


Ein feinfühliger Roman über zerbrochene Träume, Liebe und Verrat, sprachlich brillant erzählt, herzzerreißend traurig und zugleich hoffnungsvoll. Die erweckten Stimmungen klingen noch lange nach.




Vanessa Diffenbough: Weil wir Flügel haben


Jahrelang hat Lettys Mutter sich um die Versorgung der Kinder gekümmert, während Letty Tag und Nacht arbeitete, damit die Familie über die Runden kam. Nun steht Letty plötzlich allein mit dem vierzehnjährigen Alex und der sechsjährigen Luna da und fühlt sich überfordert.


Wie soll sie, die es im Leben zu nichts gebracht hat, für ihre Kinder einen Ausweg aus Armut und Perspektivlosigkeit finden? Neben allem Scheitern und großer Ratlosigkeit gibt es für Letty jedoch auch neue Chancen, unerwartete Unterstützung und Lichtblicke selbst in größten Krisen.


Eine wundervolle Geschichte mit sympathischen Protagonisten, berührend und fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Feinfühlig erzählt die Autorin von falschen Entscheidungen und ihren Konsequenzen, aber auch von Vertrauen, Liebe und neuen Anfängen.


Ein eindrückliches Buch, dessen tröstliche Note noch lange nachhallt.




Martin Suter: Elefant


"Wieder mal zu viel getrunken", denkt Schoch, als er einen winzigen rosa Elefanten in seiner Schlafhöhle entdeckt. Doch das Tier existiert wirklich. Der Versuch, es vor dem Genforscher Roux zu schützen, reißt Schoch aus seiner Obdachlosigkeit und katapultiert ihn in ein neues Leben.


Mit gewohnter Kunstfertigkeit erzählt Suter eine abenteuerliche Geschichte mit aktuellen Bezügen. Vor allem gegen Ende hin sehr spannend!




Delphine de Vigan: Nach einer wahren Geschichte


Als die empathische L. in Delphines Leben tritt, glaubt die scheue Autorin, eine echte Seelenfreundin gefunden zu haben. Doch L. verfolgt ihre eigenen Ziele, und viel zu spät bemerkt Delphine die Gefahr, in die sie sich hat manövrieren lassen.


Ein intelligenter, raffiniert gestrickter Roman über die Frage nach Fiktion und Wirklichkeit, Echtheit und Identität.


Anspruchsvoll, unterhaltsam und spannend.




Connie Palmen: Du sagst es


Eine leidenschaftliche Liebe verbindet die amerikanische Schriftstellerin Sylvia Plath und den englischen Dichter Ted Hughes. Doch ihre Beziehung wird überschattet von Plaths Depressionen und ihrer allgegenwärtigen Todessehnsucht.


In dieser fiktiven Biografie lässt Connie Palmen Ted Hughes nach Plaths Selbstmord zu Wort kommen. Mit großer emotionaler Wucht entfaltet sich die tragische Geschichte einer Frau, deren Seelenhunger selbst im größten Glück unstillbar bleibt.


Dramatisch, intim, intelligent - ein äußerst fesselnde Lektüre!





Louise Miller: Die Zutaten zum Glück


Die Köchin Olivia lebt mit leichtem Gepäck und ist nirgendwo lang zu Hause. Als sie nach einer Panne mit einem flambierten Dessert zu ihrer Freundin nach Vermont flüchtet, nimmt sie dort übergangsweise eine Stelle in einem kleinen Landgasthof an. Wider Erwarten findet sie in der ländlichen Gemendschaft einen festen Platz und den Mann fürs Leben.


Die unkonventionelle Heldin dieses zauberhaften Romans ist herzerfrischend, und ihre neuen Bekannten im dörflichen Vermont sind mit allen Macken und Schwächen unwiderstehlich liebenswert.


Ein Wohlfühl-Roman erster Güte!




Ingrid Kaltenegger: Das Glück ist ein Vogerl


Der Franz verliert seinen ungeliebten Job als Gitarrenlehrer und seine Frau drängt auf eine Scheidung. Zu allem Überfluss taucht der Geist eines Unfallopfers auf und will vom Franz erlöst werden. Der Franz hat alle Hände voll zu tun, um sein Leben wieder in den Griff zu bekommen.


Skurril, komisch, sehr charmant - ein toller Wohlfühlroman über Lebensträume und die Stolperfallen der Liebe.




Mohsin Hamid: exit west


Nadia und Saeed begegnen sich in einem vom Bürgerkrieg erschütterten Land. Gemeinsam ergreifen sie die Flucht und versuchen sich wie Abertausende weiterer Migranten eine neue Zukunft aufzubauen.


Ein gegenwartsnaher Roman mit utopischen Zügen über Türen in eine vermeintlich bessere Welt, über das Streben nach Glück und das Erwachen und Erlöschen von Liebe.


Sprachlich herausragend mit einer ganz eigenen Mischung aus Poesie und Nüchternheit. Sehr empfehlenswert!




Rachel Joyce: Mister Franks fabelhaftes Gespür für Harmonie


Frank, sympathischer Besitzer eines Plattenladens, zeichnet sich durch drei Dinge aus: sein einzigartiges Gespür für Musik, seinen festen Glauben an die Unersetzlichkeit der Schallplatte und ein tiefes Misstrauen gegenüber der Liebe. Als die rätselhafte Ilse in sein Leben tritt, wird sein beschauliches Dasein erschüttert.


Eine berührende Geschichte über den unaufhaltsamen Lauf der Dinge, über das Scheitern und den Mut zum Neuanfang, über die Macht der Musik und die heilsame Kraft der Liebe.


Besonders eindrucksvoll: die furiosen Beschreibungen musikalischer Werke.




Laura McVeigh: Als die Träume in den Himmel stiegen


Die junge Samar reist mit der transsibirischen Eisenbahn nach Moskau, wo sie ihre Tante zu finden hofft. Unterwegs erinnert sie sich an glückliche Kindheitstage mit ihrer großen Familie in Kabul, an die Flucht in ein kleines Bergdorf und an die grausame Herrschaft der Taliban. Die Verbindung mit ihren Eltern und Geschwistern gibt Samar trotz allen Schrecknissen immer wieder Mut für ihre lange Reise.


Die berührende Geschichte eines jungen Mädchens, das in einer von Unsicherheit, Geheimnissen, Unterdrückung und Gefahr geprägten Umwelt heranwächst, aber nie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verliert.


Wunderschön geschrieben, fesselnd von der ersten Seite bis zur letzten.




Catherine Lowell: Die Kapitel meines Herzens


Eine Selbstfindungs- und Liebesgeschichte mit literaturwissenschaftlichen Einsprengseln:


Für Samantha Whipple, die einzige noch lebende Verwandte der Brontës, sind die berühmten Geschwister nicht nur literarische Größen, sondern persönliche Vertraute. Unter der Anleitung ihres Vaters hat sie deren Werke von Kindheit an studiert. Die intensive Zweisamkeit mit ihrem Vater fand jedoch ein jähes Ende, als er bei einem Brand ums Leben kam. Seither ist Samantha orientierungslos.


Um das rätselhafte Testament ihres Vaters zu verstehen, fängt sie lustlos und rebellisch ein Studium in Oxford an. Sie vermutet in den Büchern der Brontë-Schwestern geheime Hinweise auf ein Erbstück und erhofft sich von ihrem unnachgiebigen, aber überaus attraktiven Literaturprofessor Hilfe bei der Entschlüsselung. Die gemeinsame Schatzsuche führt beide zu unerwarteten Einsichten und neuen Perspektiven.


Schonungslos, intelligent und mit scharfem Blick beschreibt die Erzählerin den Versuch, die verlorene Nähe zum Vater zurückzugewinnen und sich schließlich in einer Welt ohne ihn zurechtzufinden.


Ein packender, sprachlich überzeugender, anspruchsvoller Roman für Kenner und Liebhaber der englischen Literatur.




Elizabeth Strout: Die Unvollkommenheit der Liebe


Lucy Barton, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, hat ihre Mutter seit Jahren nicht mehr gesehen. Jetzt sitzt sie plötzlich an Lucys Krankenbett und weckt alte Erinnerungen.


Stück für Stück entsteht das Bild einer Frau, die es geschafft hat, sich von ihrer traurigen Kindheit zu lösen und ihren eigenen Weg zu finden.


Ein wundervolles Buch, das zart, eindringlich und wahrhaftig von der Unvollkommenheit der Liebe erzählt.




Arno Frank: Und jetzt kommst du


"So, und jetzt kommst du", sagt der Vater des Erzählers immer, wenn er wieder einen vermeintlich genialen Plan ausgeheckt hat. Doch am Ende geht die Rechnung nie auf, Flucht reiht sich an Flucht, und jeder Neuanfang ist noch trostloser. Unweigerlich reißt der Vater mit seinem Traum vom ergaunerten Geld die ganze Familie in den Abgrund.


Arno Frank erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte aus der Sicht eines Kindes, das hinter dem abenteuerlichen Leben sehr bald die Katastrophe erahnt.


Ein richtig tolles Buch - sprachlich herausragend, spannend zu lesen, stellenweise komisch, dann wieder tief berührend. Ich bin restlos begeistert und kann diesen Roman nur wärmstens empfehlen!




Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit


Jules Kindheit ist überschattet vom Unfalltod der Eltern. Der einst so lebensfrohe Junge wird im Internat zum verträumten Einzelgänger. Er entfremdet sich zunehmend von seinen beiden Geschwistern und irrt verloren durchs Leben. Viel zu spät begreift er, was ihm seine Schulkameradin Alva wirklich bedeutet hat und was er ihr hätte sagen sollen. Als er Alva nach Jahren wieder begegnet, scheint alles gut zu werden. Doch das Glück erweist sich erneut als zerbrechlich.


Das Schicksal ist auch in diesem Buch ein mieser Verräter. Schmerz, Verlust und Einsamkeit prägen die Lebenswege der authentischen Charaktere und die Lasten der Vergangenheit wiegen schwer.


Mit großer Kunstfertigkeit erzählt Benedict Wells von der Suche nach der eigenen Bestimmung, vom Scheitern, von der Vergebung und vor allem von einer großen Liebe.


Ein sprachlich und inhaltlich herausragender Roman, zutiefst berührend und tröstlich.




Gregoire Delacourt: Die vier Jahreszeiten des Sommers


Für den 15-jährigen Louis gibt es nur Victoria. Sehnsüchtig wartet er darauf, dass auch in ihr die Liebe erwacht. Am Strand von La Touquet entscheidet sich seine Zukunft.


Diese und drei andere Liebesgeschichten verknüpft der Autor lose zu einem melancholischen Roman über die Facetten der Liebe.


Eindringlich und berührend.




Emma Sternberg: Fünf am Meer


Mitten in einer persönlichen Krise erfährt Linn überraschend, dass sie in den USA ein Haus am Meer geerbt hat. Einen interessierten Käufer gibt es bereits, aber als Linn die fünf liebenswerten Bewohner der alten Villa kennenlernt, gerät ihr Entschluss ins Wanken. Doch wie soll sie das Geld für die Erbschaftssteuer und die nötige Renovierung aufbringen? Es braucht Initiative, Mut und ein Quäntchen Glück für eine passende Lösung.


Eine warmherzig, intelligent und glaubhaft erzählte Geschichte, die leichtfüßig unterhält, ohne oberflächlich zu sein. Lesenswert!




Lillith Korn: Better Life


Ein Programm, das ursprünglich dazu gedacht war, traumatisierten Personen zu helfen, wird von der Organisation Better Life dazu benutzt, die Persönlichkeit von Menschen auszulöschen und durch eine neue Identität zu ersetzen. Entsetzt über den Missbrauch der von ihr entwickelten Software hat die Neuroinformatikerin Zoe Fink das Unternehmen verlassen. Als daraufhin Paul Bornemann, ein Mitarbeiter von Better Life, ihr Vertrauen erschleichen soll, um sie über ihre Pläne auszuhorchen, erkennt sie, dass auch er ein Gelöschter ist. Es gelingt ihr, Pauls ursprüngliche Persönlichkeit wiederherzustellen und ihn als Verbündeten zu gewinnen. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen einen übermächtigen und gefährlichen Gegner auf.


Eine faszinierende, beklemmende Geschichte, die mit immer neuen Wendungen fesselt und die Frage stellt, was von einem Menschen bleibt, wenn ihm sämtliche Erinnerungen geraubt werden. Geschickt erhält die Autorin die Spannung bis zum dramatischen Schluss aufrecht, der auf eine Fortsetzung hin ausgelegt ist. Die Charaktere haben mich nicht immer überzeugt, teilweise agieren sie etwas naiv, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen.




Bettina Pecha: Eine Liebe im Schatten der Krone


Zusammen mit ihrem Mann Duncan kommt Fiona Sanderton 1562 an den Hof von Mary Stuart. Schnell wird die junge Hofdame zur Vertrauten der schottischen Königin und erlebt deren Schicksal hautnah mit – die unglückliche Ehe mit Lord Darnley, die von John Knox ausgehende Hetze gegen die Herrscherin, die Verdächtigungen nach der Ermordung ihres Mannes, den zunehmenden Machtverlust und infolgedessen die erzwungene Abdankung bis hin zur Flucht nach England.


Fiona ist nicht nur Zeugin des Untergangs von Mary Stuart, sondern muss auch mit großen persönlichen Enttäuschungen fertigwerden. Einziger Lichtblick ist der zurückhaltende Captain Adair, der sich im Wirrwarr von Loyalitäten, Intrigen und Verrat als treuer Freund bewährt.


Das Buch verknüpft geschickt historische Personen und Ereignisse mit fiktiven Charakteren. Anschaulich und nachvollziehbar werden die gesellschaftlichen und politischen Verhältnisse im 16. Jahrhundert geschildert, und der Leser kann einen spannenden Abschnitt der schottischen Geschichte aus unmittelbarer Nähe miterleben. Gut recherchiert und mit einem hilfreichen Nachwort versehen - ein unterhaltsamer Roman für jeden, der Interesse an britischer Geschichte hat.




P.E. Jones: Auge - erstes Licht


Nach über 200 Jahren Krieg zwischen der Erde und ihren Kolonien ist endlich ein Waffenstillstandsabkommen in Sicht. Einen wichtigen Beitrag soll das Prototyp-Raumschiff CFF Nyx leisten, indem es einen Botschafter der Erde zu den kolonialen Flotten transportiert. Deirdre MacNiall, die ihren Dienst als Chefingenieurin und Zweiter Offizier auf der Nyx antritt, wird von quälenden Albträumen heimgesucht, die Tod und Untergang prophezeien.


Schon vor dem eigentlichen Start des Raumschiffs kommt es zu einem tödlichen Anschlag. Der Verdacht liegt nahe, dass eine Untergrundbewegung die Verhandlungen mit der Erde unter allen Umständen zu verhindern sucht. Es treten technische Störungen und tödliche Bedrohungen an Bord des Schiffes auf und bald ist die Atmosphäre geprägt von Misstrauen und Feindseligkeit.


Im Zentrum der Anschuldigungen steht der begnadete, aber undurchsichtige und durch seine Vergangenheit schwer vorbelastete Pilot McAllister. Überzeugt von McAllisters Unschuld setzt Deirdre alles daran, die Mission der Nyx zu einem guten Ende zu führen und McAllister zu retten.


Ein überaus fesselnder Science Fiction Thriller mit nachvollziehbaren, mehrdimensionalen Charakteren, der keinem vorhersehbaren Muster folgt und mit immer neuen Wendungen überrascht. Der Autorin gelingt es, die technischen und politischen Gegebenheiten so zu skizzieren, dass man sich als Leser orientieren kann, ohne überfordert oder gelangweilt zu werden.


Action und ruhige Momente wechseln einander ab und die Spannung wird fast bis zum Schluss auf hohem Niveau aufrechterhalten. Auch die emotionalen Verstrickungen im Rahmen der militärischen Beziehungen haben mich angesprochen und überzeugt. Schade nur, dass die Qualität von Lektorat und Korrektorat diesem ausgezeichneten Roman nicht gerecht wird.




Katrin Koppold: Sehnsucht nach Zimtsternen


Im einen Moment hat Lilly noch eine glückliche Ehe geführt, im nächsten scheint ihr ganzes Leben auseinander zu brechen. Ihr Mann verlässt sie, sie muss sich einen Job suchen und bald auch eine neue Wohnung. Ihr Mitbewohner Jakob raubt ihr den letzten Nerv und ihr Vater braucht dringend Beistand, weil er über die Trennung von Lillys Mutter nicht hinwegkommt.


Zu allem Überfluss wird Lilly demnächst bei der Hochzeit ihrer Schwester dem Mann wiederbegegnen, der ihr vor vielen Jahren das Herz gebrochen hat, und bis dahin würde sie gern ein paar Kilo abnehmen und etwas aus ihrem Leben machen. Vielleicht kann Günther, der neue attraktive Nachbar, dazu beitragen, dass Lilly wieder auf die Beine kommt?


Die turbulente Geschichte um Lilly, ihre Familie und diverse Männer kommt witzig, flott und teilweise selbstironisch daher. Bis auf Lilly und Jakob sind die Charaktere für mich leider ein wenig blass geblieben. Auch die große Zahl der Katastrophen im letzten Drittel des Buches hat mich nicht ganz überzeugt. 


Alles in allem bietet dieser Roman kurzweilige Unterhaltung für Leute, die einfach mal abschalten, schmunzeln und ein schönes Happy End genießen wollen.




André Milewski: Geheimakte Fenris


Der gerade zum Archäologie-Professor ernannte Max Falkenburg muss miterleben, wie sein Freund und Mentor vor seinen Augen getötet wird. In der Folge werden er und seine Verlobte in einen rasanten Strudel aus Gefahren und Abenteuern gezogen, als sie versuchen, ein wertvolles Artefakt zu sichern und die Pläne des skrupellosen Wilfrieds von Steinheim zu durchkreuzen. Schnell merken sie, dass sie es mit einem beinahe übermächtigen Gegner aufgenommen haben.


Rätsel, Verfolgungsjagden, Kämpfe – dieser Roman steckt voller (teilweise recht blutiger) Action und treibt die Spannung von Seite zu Seite voran. Fesselnd und unterhaltsam wie ein Indiana Jones-Film, angereichert mit witzigen Dialogen, unmenschlichen Bösewichtern und sympathischen Helden – wer es wagemutig, schnell und ein wenig übersinnlich mag, dem kann ich das Buch nur empfehlen.




Birgit Gruber: Der Mann im Kleiderschrank


Louisa erbt überraschend einen alten Gutshof und entscheidet sich, ihn zu renovieren und dort einzuziehen. Tatkräftige Unterstützung findet sie bei ihrer lebensfrohen Oma, dem attraktiven Bauunternehmer Christian und einem Geist aus dem 18. Jahrhundert, der in ihr seine große Liebe Ludowika wiederzuerkennen glaubt.


Sympathische Charaktere, anschauliche Schilderungen, witzige Szenen und eine gute Prise Romantik sorgen für unterhaltsame Lesestunden. Der Roman liest sich flüssig und angenehm. Ein bisschen dick aufgetragen fand ich die Missverständnisse zwischen den Hauptpersonen, aber dafür entschädigt ein schönes Happy End.




Maggie Shipstead: Dich tanzen zu sehen


Nach einer Affäre mit dem gefeierten Tänzer Rusakov beendet Joan ihre Ballett-Karriere. Sie heiratet einen Jugendfreund, bekommt ein Kind und zieht sich in eine kleinbürgerliche Existenz zurück. Doch Jahre später steigt ihr Sohn zum großen Star des Balletts auf und Rusakov tritt erneut in ihr Leben.


Die scheinbare Schwerelosigkeit der Tänzer auf der Bühne wird durch hartes Training und eiserne Disziplin erworben. In einer kunstvollen Choreografie und stilistisch ausgefeilt erzählt dieser Roman mit großer Leichtigkeit vom Ringen um Perfektion, von Leidenschaft und Unerreichbarkeit, von Gewinn und Verlust. Ein kleines Kunstwerk.




Virginia MacGregor: Der Junge, der mit dem Herzen sah


Der neunjährige Milo hat sich immer nach besten Kräften um seine Oma gekümmert. Doch jetzt ist sie im Vergiss-mein-nicht-Heim und Milo ist davon überzeugt, dass es ihr dort nicht gut geht. Mit der Unterstützung des syrischen Flüchtlings Tipi entwickelt er einen Plan, um sie wieder nach Hause zu holen.


Mit seinem Zwergschwein Hamlet, seinem liebevollen Wesen und seiner besonderen Art, die Welt wahrzunehmen, ist Milo eine bezaubernde Figur, die man unweigerlich ins Herz schließt. Der Autorin gelingt es auf wundervolle Art, seine kindliche Blickweise zu vermitteln und sie durch die Perspektive anderer Personen zu ergänzen, sodass die Charaktere mehrdimensional und glaubhaft werden.


Die Geschichte ist berührend, stellenweise auch lustig, und sie liest sich wunderbar leicht.




Peter Høeg: Der Susan Effekt


Susan ist Experimentalphysikerin und hat eine besondere Gabe: Sie kann Menschen dazu bringen, in ihrer Gegenwart aufrichtig zu werden. Nun soll sie für die dänische Regierung das verschwundene Protokoll einer Zukunftskommission aufspüren. Sehr schnell merkt Susan, dass sie mit diesem hochbrisanten Auftrag in die Schusslinie mächtiger Persönlichkeiten geraten ist. Es braucht die geballte kriminelle Energie der gesamten ungewöhnlichen Familie, um mit heiler Haut aus dieser Affäre zu kommen.


Ein irrwitziger, rasanter, intelligenter Roman mit einer einzigartigen, unschlagbaren Heldin, die durch ihre Fähigkeiten überrascht und allem gewachsen ist. Höchst vergnüglich!




Jo Platt: Herz über Kopf


Dass sie am Hochzeitstag von ihrem Verlobten verlassen wurde, hat Rosalind völlig aus der Bahn geworfen. Ein Ortswechsel und die Teilhaberschaft an einer Buchhandlung helfen ihr, wieder Boden unter den Füßen zu finden. Auch der komische Kauz, der im Haus nebenan wohnt und Rosalind ständig in peinlichen Situationen erwischt, ist bei genauerer Betrachtung gar nicht so übel. Tatsächlich ist er sogar ein recht attraktiver Mann …


Dieser humorvolle Roman erzählt leichtfüßig, aber nicht oberflächlich von den Irrungen und Wirrungen des (Liebes-)Lebens, von der Kraft der Freundschaft und dem Glück, eine Familie zu haben, die in der Not zusammenhält.


Köstliche Dialoge, gut vermittelte Situationskomik und sympathische Protagonisten sorgen für heiteres Lesevergnügen.




Andrea Schacht: Die Fährmannstocher


Der Roman von Andrea Schacht entführt ins mittelalterliche Mülheim am Rhein in der Nähe von Köln. Im Zentrum der Geschichte stehen die Fährmannstochter Myntha und der Bogenschütze und Falkner Frederick Bowman, deren Wege sich nach dem ungeklärten Tod einer Ordensfrau kreuzen.


Dieses Buch lässt den Leser eintauchen in das Leben und Denken im Mittelalter. Rätselhafte Brände, Personen mit undurchsichtiger Vergangenheit, Intrigen und Gefahren machen die Geschichte bunt und fesselnd. Die Charaktere sind gut gezeichnet, die Dialoge witzig, der Spannungsbogen wird sehr gut aufgebaut. Die 430 Seiten sind im Nu gelesen.


Einziger Wermutstropfen: Auf der letzten Seite des Buches ist die Geschichte längst noch nicht zu Ende. Wer wissen will, wie es mit Myntha und Frederick weitergeht, muss sich die Fortsetzung kaufen.




Lucy Foley: Die Stunde der Liebenden


Nach dem Tod ihrer im Waisenhaus aufgewachsenen Mutter versucht Kate, etwas über ihre Herkunft herauszufinden. Eine Zeichnung bringt sie auf die Spur des berühmten Künstlers Tom Stafford. Stück für Stück erfährt sie die dramatische Geschichte einer großen Liebe, die auf schmerzhafte Weise zerbrach.


Dieser eindrückliche Roman über gesellschaftliche Barrieren, Lügen und Verrat, die Gräuel des Krieges und die Suche nach dem eigenen Platz im Leben wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt und bietet bis zum Schluss fesselnde Unterhaltung.




Christoph Poschenrieder: Mauersegler


Sie waren schon in der Kindheit befreundet, jetzt gründen sie eine Alters-WG, um den letzten Lebensabschnitt gemeinsam zu gestalten – fünf Männer halten bis zum Letzten zusammen, unterstützt von einem Todesengelprogramm und einer kirgisischen Pflegekraft.


Ein wunderbarer Roman, der Witz und Tiefgang auf geistreiche Weise miteinander vereint. Christoph Poschenrieders Sprachkraft ist beeindruckend. Unbedingt lesen!




Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage


Der berühmte Schauspieler Arthur Leander stirbt bei einer Shakespeare-Aufführung auf der Bühne. In derselben Nacht bricht auf der ganzen Welt eine Pandemie aus, die den vollständigen Zusammenbruch der Zivilisation nach sich zieht. Zwanzig Jahre später tingelt eine fahrende Truppe durch die ehemaligen USA und führt Shakespeare-Stücke auf.


Ein aus verschiedenen Erzählperspektiven, Zeitebenen und erzählerischen Elementen kunstvoll zusammengesetzter Roman über die Verwobenheit menschlicher Beziehungen, die Schönheit unserer Welt und die Hoffnung auf einen neuen Anfang nach dem Ende.


Bewegend und spannend, einfach großartig!




Eve Harris: Die Hochzeit der Chani Kaufman


Eine Liebe beginnt, eine Liebe endet in der jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London.


Chani und Baruch haben kaum Gelegenheit, sich vor ihrer Hochzeit näher kennenzulernen. Vorsichtig bewegen sie sich aufeinander zu und hoffen, dass sie gemeinsam einen Weg finden werden, innerhalb der restriktiven Welt der jüdischen Gemeinde ihre Träume zu verwirklichen.


Mit großen Träumen haben Rebecca und Chaim einst begonnen. Doch je höher Chaim als Rabbi in der Gemeinde aufsteigt, desto gefangener fühlt sich Rebecca in den strengen Forderungen der Rechtgläubigkeit.


Der Roman von Eve Harris entführt in eine völlig fremde Kultur, in der sämtliche Lebensbereiche und Beziehungen durch religiöse Vorschriften geregelt sind. Ein faszinierender Einblick in eine geschlossene Gesellschaft!




Lucy Sykes/Jo Piazza: Ich klick dich weg


Als Chefredakteurin Imogen Tate nach sechsmonatiger Krankheit zu ihrem Modemagazin zurückkehrt, dreht sich alles nur noch um digitale Medien. Imogens Zeitschrift wird zur App und eine junge Kollegin versucht sie aus dem Unternehmen zu drängen. Mit Freundlichkeit, Wissbegierde und guten Kontakten nimmt Imogen den Kampf gegen die Konkurrentin auf.


Dieser Roman ist unterhaltsam, teilweise witzig, in weiten Strecken aber nah an der Realität. Er stellt einige ernsthafte Fragen: Wie gelingt es, älter zu werden und sich in einer Welt der Jugendlichkeit zu behaupten? Worin liegt die wahre Qualität eines Lebens und worauf kann man in einer schnelllebigen Zeit wie unserer noch bauen?


Für alle, die an Mode interessiert sind und sich von neuen technischen Errungenschaften nicht unterkriegen lassen wollen.




Lena Gorelik: Null bis unendlich


In der Schule waren sie unzertrennlich – der hochbegabte Nils Liebe und die aus Jugoslawien geflohene Sanela. Bis Sanela plötzlich verschwand. Fünfzehn Jahre später tritt sie erneut in Nils Liebes Leben und die beiden werden ein Paar. Doch es gibt einen Grund, warum Sanela gerade jetzt den Kontakt aufgenommen hat: Sie hat einen kleinen Sohn und sie ist todkrank.


Dieser Roman fasziniert durch seine ungewöhnlichen Hauptpersonen und ihre fragile Beziehung und besonders durch die klare, pointierte, prägnante Sprache der Autorin. Ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst!




Jane Gardam: Ein untadeliger Mann


Äußerlich betrachtet hat der frühere Kronanwalt Edward Feathers ein in jeder Hinsicht untadeliges Leben geführt. Doch nach dem Tod seiner Frau werden die Ereignisse seiner turbulenten Kindheit und Jugend wieder in ihm lebendig. Es entfaltet sich eine bewegende Geschichte, die von Verlassenwerden und Verlust durchzogen ist.


In diesem tragikomischen Roman vereinen sich Exzentrik und psychologische Einsichten zu einem literarischen Meisterwerk über die Opfer des British Empire.




Adam Soboczynski: Fabelhafte Eigenschaften


In einem bunten Reigen begegnen, befreunden, verlieben, entzweien sich eine Vielzahl von Personen, die lose miteinander verknüpft sind. Mit ironischem Blick und elegant geschliffener Sprache erzählt der Autor von menschlichen Ambitionen und Schwächen, Erfolgen und Fehlschlägen und den kuriosen Mechanismen des Kulturbetriebs. Das liest sich luftig-leicht und kurzweilig.




Susan Abulhawa: Als die Sonne im Meer verschwand


Über Generationen hinweg ist die Geschichte der palästinensischen Familie Baraka von Krieg, Gewalt und Unrecht geprägt, aber auch von starken Frauen, Mut und Überlebenswillen. Susan Abulhawa erzählt lebendig, leicht und mit einem Hauch Mystik von schweren Schicksalen und der tröstlichen Kraft von Liebe und Hoffnung.




Antoine Laurent: Liebe mit zwei Unbekannten


Die Handtasche, die Laurent eines Morgens in der Nähe seines Buchladens findet, enthält ein Notizbuch und unzählige interessante Kleinigkeiten, die eine Frau gern mit sich herumträgt. Doch wer ist die geheimnisvolle Besitzerin? Unvermutet gerät Laurent mit einem fremden Leben in Berührung und verliebt sich in eine Unbekannte.


Eine reizende kleine Geschichte über die Liebe zur Literatur und die überraschenden Wege des Lebens.




Natalio Grueso: Der Wörterschmuggler


Die schöne Japanerin Keiko verlangt nach Wörtern, die das Herz berühren. Um ihre Gunst zu gewinnen, erzählt ein alternder Abenteurer Geschichten von besonderen Menschen und Begegnungen. Gibt es für Bruno und Keiko einen Weg aus der Einsamkeit, die ihr Leben bestimmt?


Phantasievoll, melancholisch, eindrücklich!




Lucy Maud Montgomery: Das Schloss in den Wolken


Die unverheiratete Valancy, von den Verwandten als alte Jungfer abgeschrieben, wird von ihrer Mutter gegängelt und bevormundet. Als sie erfährt, dass sie todkrank ist, beschließt sie, endlich richtig zu leben. Sie bricht mit allen Konventionen und nimmt ihr Glück selbst in die Hand.


Eine entzückende Emanzipations- und Liebesgeschichte, von der Autorin von „Anne auf Green Gables“ feinsinnig und mit leisem Humor erzählt.




Bernie Su/Kate Rorick: Das geheime Tagebuch der Lizzie Bennett


Lizzie Bennett und ihre Schwestern, Charlotte Lu, William Darcy und Bing Lee sind im 21. Jahrhundert angekommen. Diese moderne Nacherzählung der unvergänglichen Geschichte von Stolz und Vorurteil ist geistreich, humorvoll und spritzig. Leichte, vergnügliche Lektüre für alle Fans von Jane Austen.


Mein Tipp: Auf Youtube die Videos dazu anschauen!




Agnès Ledig: Kurz bevor das Glück beginnt


Mehr schlecht als recht hält Julie sich und ihren kleinen Sohn mit ihrem Job als Kassiererin über Wasser. Als der wohlhabende Paul sie spontan ins Herz schließt, scheint ihr Leben eine Wende zum Besseren zu nehmen. Doch der Weg zum Glück führt für Julie durch ein tiefes Tal ...


Eine liebevoll und leichtfüßig erzählte Geschichte über geplatzte Träume, Liebe, Verlust und neue Hoffnung. Wunderschön und berührend!



Donal Ryan: Die Sache mit dem Dezember


Nach dem Tod seiner Eltern erbt der zurückgebliebene Johnsey Hof und Land. Ein Konsortium will ihm das Land für ein großes Bauprojekt abkaufen, und als Johnsey sich weigert, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Die Geschichte eines besonderen Menschen zwischen kindlicher Weisheit und Naivität, dem die eigene Unbedarftheit zum Verhängnis wird, einfühlsam und zu Herzen gehend erzählt.




Rita Falk: Funkenflieger

Marvin hat es nicht leicht: Elvira, seine Mutter, sitzt den ganzen Tag vor dem Fernseher, sein Bruder Robin hat sich mit den falschen Leuten eingelassen und die türkische Freundin seines Bruders Kevin ist schwanger. Doch mit Courage, Kreativität und unerwarteter Hilfe lässt sich so manche Katastrophe meistern.

Diese turbulente Geschichte erzählt humorvoll und berührend, wie Menschen gerade in Schwierigkeiten enger zusammenstehen. Ermutigend und hoffnungsvoll.



Katherine Webb: Das fremde Mädchen

Im Bath des 19. Jahrhunderts wird die unglücklich verheiratete Rachel von Mrs Alleyn als Gesellschafterin für ihren depressiven Sohn Jonathan engagiert. Rachel lernt Jonathan als aggressiven Mann kennen, der nie über den Verlust seiner großen Liebe Alice hinweggekommen ist. Als Rachel versucht, das Rätsel um Alices spurloses Verschwinden zu lösen, stößt sie auf ein Geheimnis, in das auch ihr Mann verstrickt zu sein scheint.

Eine packende Geschichte über Liebe, Rache und menschliche Abgründe, die viele unterhaltsame Lesestunden beschert.



Anna Romer: Das Rosenholzzimmer

Lügen und Geheimnisse, ungeklärte Todesfälle und tragische Familiengeschichten - das alte Haus, das Audrey geerbt hat, zieht sie völlig in den Bann der Vergangenheit. Je tiefer sie darin eintaucht, desto stärker hat sie das Gefühl, dass eine finstere Bedrohung bis in ihr Leben hinein reicht.

Ein gelungener Mix aus Spannung und Romantik mit einer Prise Mystery.



Bernhard Schlink: Die Frau auf der Treppe


Als junger Mann lernt er sie kennen, viele Jahre später spürt er sie durch Zufall wieder auf. Es kommt zu einer Begegnung, die ihn erschüttert und mit seinen Lebenslügen konfrontiert.


Was wie eine romantische Liebesgeschichte beginnt, wird zu einem berührenden Drama über seelische Kälte und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Unbedingt lesenswert!




Laline Paull: Die Bienen


Das abenteuerliche Leben im Bienenstock - von innen betrachtet!
Die Biene Flora erzählt von fleißigen Arbeiterinnen und faulen Drohnen, von allgegenwärtigen Priesterinnen und der mütterlichen Königin, von Wespenangriffen, Nahrungsnot und der Härte des Winters. Sehr spannend und unterhaltsam!




Daniel Glattauer: Geschenkt


Der allabendliche Besuch seiner Stammkneipe tröstet den heruntergekommenen Journalisten Gerald Plassek über seine ansonsten perspektivlose Existenz hinweg. Doch dann lernt er seinen Sohn Manuel kennen, von dem er bisher nichts wusste. Und seine kleinen Zeitungsmeldungen bewegen einen anonymen Wohltäter zu großzügigen Spenden. Stück für Stück verändert sich Geralds Leben.


Ein wunderbarer Roman über einen sympathischen Anti-Helden, authentisch, witzig und anrührend erzählt. Einfach große Klasse!




Dani Atkins: Die Achse meiner Welt


Rachel hat eine hoffnungsvolle Zukunft vor sich, als ein schrecklicher Unfall ihr den Boden unter den Füßen wegreißt. Noch zehn Jahre später leidet sie unter den Folgen. Doch plötzlich findet sie sich in einem Leben wieder, in dem all ihre Träume wahr geworden sind. Verwirrt versucht sie, ihr neues Glück zu ergreifen.


Eine faszinierende Geschichte über Schicksalsschläge und neue Chancen mit einem sehr bewegenden Schluss.




Edgar Rai: Die Gottespartitur


Sein Job ödet ihn an und er würde am liebsten alles hinschmeißen. Da erfährt Literaturagent Gabriel Pfeiffer von einem geheimnisvollen Manuskript, das Gottes Existenz beweisen soll. Auf der Suche nach der letzten Gewissheit setzt Gabriel selbst sein Leben aufs Spiel.


Eine packende Geschichte über einen Mann, der nichts mehr zu verlieren hat. Bissig, spannend, amüsant.




Petra Hülsmann: Hummeln im Herzen


Hochzeit geplatzt, Job weg - und dann muss sich Lena auch noch ständig mit dem beziehungsunfähigen Ben herumärgern. Bis die beiden Streithähne endlich erkennen, für wen ihr Herz in Wahrheit schlägt, sind etliche Missverständnisse zu überwinden.


Eine vergnügliche Liebesgeschichte, locker und witzig erzählt, gewürzt mit Pleiten, Pech und Pannen.




Matt Haig: Ich und die Menschen


Die Menschen sind eine arrogante Spezies, beherrscht von Gewalt und Gier. Mit dieser Überzeugung schlüpft ein Außerirdischer in die Rolle des Mathematikprofessors Andrew Martin. Er soll verhindern, dass Martins Erkenntnisse der Menschheit einen revolutionären technischen Fortschritt ermöglichen. Jeder, der von Martins Durchbruch weiß, soll ausgelöscht werden. Doch je tiefer der Doppelgänger in das menschliche Leben eintaucht, desto kostbarer erscheint es ihm.


Das menschliche Dasein durch die Augen eines Außenseiters betrachtet - das offenbart all seine Absurdität, aber auch seine Schönheit. Ein witziger und zugleich tiefgründiger Roman!




Marie-Sabine Roger: Das Leben ist ein listiger Kater


"Uropa war ein alter Nörgler. Ich bin genau wie er, mein Herz leidet an Verstopfung", sagt Jean-Pierre über sich. Anfangs ist der missmutige Rentner wenig erfreut über die Menschen, die nach seinem Unfall ungefragt in seinem Krankenhauszimmer auftauchen - die dicke Maeve, die an seinen Laptop will, den Gelegenheitsstricher Camille, der ihm das Leben gerettet hat, und den Polizisten Maxime, der den Unfall untersucht. Doch nach einiger Zeit merkt Jean-Pierre: "Ich werde empfindsam, oje!"


Ein wunderbar warmherziger Roman, treffsicher, klug und humorvoll. Er zaubert ein Lächeln ins Gesicht, das auch noch bleibt, wenn das Buch zu Ende ist.




Julia Stagg: Monsieur Papon oder ein Dorf steht Kopf


Als neue Besitzer der Auberge in Faugas stoßen Lorna und Paul Webster auf jede Menge Vorbehalte. Vor allem dem Bürgermeister Papon ist jedes Mittel recht, um die unliebsamen Engländer möglichst schnell wieder loszuwerden. Doch bald beginnt die Mauer der Ablehnung zu bröckeln ...


Eine kurzweilige Geschichte mit liebenswert verschrobenen Charakteren, humorvoll und warmherzig erzählt.




Emma Healey: Elizabeth wird vermisst


Maud ist 82 Jahre alt und braucht jede Menge Notizzettel, um sich in ihrem Leben zu orientieren. Ganz dringend möchte sie herausfinden, was aus ihrer Freundin Elizabeth geworden ist. Doch niemand nimmt ihre Suche ernst. Während die Gegenwart für Elizabeth immer verwirrender wird, kehren die Erinnerungen an ihre Schwester zurück,deren spurloses Verschwinden in der Nachkriegszeit nie aufgeklärt wurde.


Ein sehr berührender Roman über eine Frau, die ins Vergessen abgleitet. Neben aller Traurigkeit besitzt diese Geschichte Leichtigkeit, Spannung und eine ganz eigene Liebenswürdigkeit.




Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt


Sein Tag ist bis auf die Minute durchgeplant, seine Entscheidungen trifft er nach streng rationalen Kriterien. Die Feinheiten zwischenmenschlicher Beziehungen bleiben Don ein Rätsel.
Da platzt Rosie eines Tages in sein wohlgeordnetes Leben und bringt es völlig durcheinander. Kann es womöglich doch so etwas wie Liebe für Don geben?


Schräg, bezaubernd, witzig, berührend, originell und unbedingt lesenswert - eine romantische Komödie der besonderen Art!




Justin Go: Der stete Lauf der Stunden


Ein unermessliches Vermögen, das seit Jahrzehnten auf einen Erben wartet, eine leidenschaftliche tragische Liebe, ein grausamer Krieg, ein Berg, der zum Schicksal wird, ein junger Mann auf Spurensuche in der Vergangenheit - das sind die Zutaten für einen packenden Roman, der den Leser von Seite zu Seite immer mehr in den Bann zieht und bis zum Schluss ein wenig rätselhaft bleibt.




Daniel Glattauer: Ewig dein


Hannes – aufmerksam, verbindlich, liebenswürdig. Ein Traummann, denken Judiths Verwandte und Freunde. Doch für Judith wird die Beziehung zunehmend zum Albtraum. Je mehr sie versucht, Abstand zu gewinnen, desto mehr erdrückt Hannes sie mit seiner besitzergreifenden Liebe.


Dem Autor gelingt es durch seinen einzigartigen Erzählstil, die wachsende Beklemmung seiner Hauptperson auf den Leser zu übertragen. Die Geschichte hat mich bis zum überraschenden Schluss in ihren Bann gezogen.




Toni Jordan: Die schönsten Dinge


Della ist Trickbetrügerin und beherrscht die Kunst der Täuschung im großen Stil. Doch Daniel, ihr neustes Opfer, ist keineswegs so harmlos-naiv, wie es den Anschein hat. Die Frage ist: Wer spielt hier mit wem?


Eine unwiderstehliche Heldin in einer originellen, hinreißenden Liebesgeschichte. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen!




Juli Zeh: Nullzeit


Svens heile Aussteigerwelt auf einer kanarischen Insel gerät jäh aus den Fugen, als das Ehepaar Jola und Theo ihn für einen exklusiven Tauchkurs engagiert. Während Sven auf die unvermeidliche Katastrophe zusteuert, fragt sich der Leser: Was ist Wahn, was ist Wirklichkeit, was perfider Plan?


Ein spannender, doppelbödiger Roman, der gekonnt die Untiefen der menschlichen Psyche auslotet.




Katharina Münk: Die Eisläuferin


Wie regiert man ein Land, wenn man jeden Morgen von Neuem damit überrascht wird, dass man Kanzlerin ist?


Ein satirischer Blick auf das politische Geschehen, augenzwinkernd, witzig, überraschend sympathisch.




Noam Shpancer: Der glücklose Therapeut


Ein stark Selbstmord gefährdeter Klient konfrontiert den etwas resignierten Therapeuten David Winter mit einer Reihe von Fragen, die zur persönlichen Herausforderung werden.


Der Leser begleitet den Psychologen auf seiner spannenden Suche nach Antworten - sowohl im fachlichen als auch im privaten Bereich.
Faszinierende Lektüre für Psychologie-Interessierte, unterhaltsam und informativ zugleich.




Nickolas Butler: Shotgun Lovesongs


Shotgun Lovesongs ist ein wunderbar warmherziger Roman über die Liebe zur Heimat und das Glück der Freundschaft.


Die Geschichte einer Gruppe ehemaliger Schulkameraden in einer amerikanischen Kleinstadt wird stimmungsvoll, poetisch und mit einem leisen Hauch Melancholie erzählt. Ein literarisches Kleinod!




Rita Falk: Hannes


Nach einem Motorradunfall liegt Hannes im Koma. Uli besucht ihn regelmäßig und hält ihn auf dem Laufenden über die gemeinsamen Freunde und seinen Zivildienst in einem Heim für psychisch Kranke - immer in der Hoffnung, dass der beste Freund bald wieder aufwacht ...


Ein wunderbares Buch zum Lachen und Weinen, voller Freundschaft und Liebe und Lebensfreude.




Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert


Harry Quebert, der Vorzeigeschriftsteller Amerikas, soll ein vor Jahren verschwundenes Mädchen ermordet haben. Überzeugt von der Unschuld seines Freundes und Mentors beginnt Marcus Goldman auf eigene Faust zu ermitteln, was vor 33 Jahren im Ostküstenstädtchen Aurora wirklich geschah.


Ein furioser, geschickt konstruierter Roman, der dank überraschender Wendungen die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält, mit skurrilen Dialogen und einer Prise Selbstironie.


Grandioses Lesevergnügen!




Kirsten Ellerbrake: Guten Morgen, Revolution, du bist zu früh


Früher hat Nora selbst demonstriert, jetzt ist sie entsetzt, als ihre Tochter wegen der Blockade des Castor-Transports verhaftet wird. Während Nora versucht, den Schaden zu begrenzen, muss sie sich fragen, was aus ihren eigenen Idealen von früher geworden ist.


Eine lebhafte, intelligente Geschichte über ein aktuelles Thema, mit Herz und Witz erzählt und mit einem urkomischen Finale.




Thomas Glavinic, Das größere Wunder


Eine dramatische Besteigung des Mount Everest, verknüpft mit den Erinnerungen an eine ungewöhnliche Kindheit und die Begegnung mit der großen Liebe – beide Erzählstränge sind ungemein spannend und faszinierend. Für mich war dieses Buch Lesegenuss pur!




Andrew Miller: Friedhof der Unschuldigen


Mit dem Auftrag, den Friedhof der Unschuldigen zu räumen, dessen Ausdünstungen die Stadt zu vergiften drohen, kommt ein junger Ingenieur 1785 nach Paris. Seine Arbeit wird begleitet vom Geruch der Verwesung und dem Misstrauen der Bevölkerung. Doch unerwartet findet er auch Freundschaft und Liebe.


Diese ungewöhnliche, faszinierende Geschichte, die bereits etwas vom bevorstehenden Umbruch der Französischen Revolution erahnen lässt, zieht den Leser unweigerlich in ihren Bann!




Sophie Kinsella: Das Hochzeitsversprechen


Als Lottie spontan einen wieder aufgetauchten Jugendfreund heiratet, läuten bei Fliss alle Alarmglocken. Entschlossen, ihre Schwester vor einer Katastrophe zu bewahren, schreckt sie vor nichts zurück, um dem jungen Paar die Hochzeitsnacht zu vermiesen. Doch tut sie Lottie wirklich einen Gefallen damit?


Eine turbulente, witzige Geschichte mit chaotisch-liebenswerten Figuren, die über allerlei Irr- und Umwege doch noch ihr Glück finden.




Rachel Joyce: Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry


Aus dem Gang zum Briefkasten wird spontan eine 1000 Kilometer lange Pilgerreise, die nicht nur Harold Frys Leben von Grund auf verändert.


Ein unvergesslicher, herzerwärmender Roman über Freundschaft, Liebe und Vergebung. Leichtfüßig und berührend!




Sophie Kinsella: Kein Kuss unter dieser Nummer


Federleichte Sommerlektüre mit einer liebenswerten Heldin, die auf der Suche nach der wahren Liebe von einem Fettnäpfchen ins andere stolpert.


Charmant, romantisch und sehr witzig!




Vanessa Diffenbough: Die verborgene Sprache der Blumen


Ein Buch von seltener Schönheit und Poesie, das mich mitten ins Herz getroffen hat.


Von Kind an erlebt die junge Victoria so viel Kälte, und doch ist ihre Geschichte nie trost- oder hoffnungslos. Immer wieder begegnen ihr Menschen, die ihr etwas zutrauen. Es ist berührend und tröstlich zu lesen, wie Victoria nach und nach lernt, Liebe anzunehmen und zu geben.




Mhairi McFarlane: Wir in drei Worten


Bei ihrer ersten Begegnung ist sie frisch verliebt und er ein unverbesserlicher Frauenheld. Als sie sich zehn Jahre später wieder über den Weg laufen, ist er verheiratet und sie gerade Single geworden. Für immer beste Freunde - ist das alles, was Rachel und Ben bleibt?


Das Buch zeichnet sich durch einen flotten Schreibstil, witzige Dialoge, humorvoll gezeichnete Charaktere und eine nette Liebesgeschichte aus.


Für alle, die "Eindeutig Liebe" und "Zwei an einem Tag" mochten.




Birgit Vanderbeke: Das lässt sich ändern


Ein zauberhaftes Buch!

Eine junge Frau aus gutem Haus verliebt sich in einen Handwerker aus einer kinderreichen Familie. Die beiden bauen sich ein alternatives Leben auf. Leichtherzig und sympathisch erzählt. Die positive Stimmung ist einfach ansteckend!



Eva Baronsky: Herr Mozart wacht auf

Mozart liegt auf dem Totenbett, doch plötzlich erwacht er und befindet sich in unserer Zeit. Mühsam muss er sich in der fremd gewordenen Welt zurechtfinden und eine neue Existenz aufbauen.

Ein intelligenter und sehr amüsanter Roman.



Nadin Hardwiger: Lucindarella


Nachdem Cinda lange von ihrer Mutter und den beiden Stiefschwestern schikaniert worden ist, hat sie sich in Berlin eine erfolgreiche Existenz als Modedesignerin aufgebaut.


Nun fährt sie zum siebzigsten Geburtstag der Großeltern in ihren Heimatort zurück und landet prompt wieder im alten Muster – Mutter und Schwestern schließen sie von den familiären Festlichkeiten aus, bürden ihr jede Menge Arbeit auf und boykottieren sie dann bei ihren Bemühungen, diese Aufgaben zu erfüllen. Einziger Lichtblick ist der attraktive Verwalter David, auf den jedoch auch eine der Schwestern ein Auge geworfen hat.


Wird Cinda es trotz aller Widrigkeiten schaffen, den Ball zu besuchen und den Liebsten für sich zu gewinnen?


Die moderne Aschenputtel-Interpretation liest sich flüssig und leicht und das Märchenmotiv ist gut nachzuvollziehen. Leider bleibt die Darstellung der Charaktere eher oberflächlich und kann nicht immer überzeugen, auch große Teile der Handlung sind klischeehaft und überzogen.


Wer Märchen mag und sich nicht daran stört, wenn es unrealistisch wird, dem bietet dieser Kurzroman ein paar angenehme Stunden unbeschwerter Unterhaltung.




Marion Hübinger: Soul Colours


Nach der Flucht von ihrem Heimatplaneten Aeterna bereist Sarina mit Liam die Erde. Doch schon bald geht ein neuer Hilferuf von Aeterna ein. Sarina lässt sich nicht davon abbringen, an der Rettungsaktion von SAVE1 teilzunehmen. Begleitet von Liam und anderen Kollegen der Rebellenorganisation reist sie unter gefährlichen Bedingungen nach Aeterna zurück und versucht, ihre Freunde und das Volk von Aeterna von der langjährigen Unterdrückung durch die Elite zu befreien.


Es werden Pläne für Geheimoperationen geschmiedet, es gibt Begegnungen mit alten Freunden, gefährliche Situationen werden gemeistert, es kommt zu Konfrontationen und unvorhergesehenen Zwischenfällen, in ausweglosen Lagen findet sich überraschend Hilfe und Rettung. Stellenweise – vor allem zum Ende hin - ist die Geschichte sehr spannend und actionreich, andere Situationen verlaufen beinahe zu glatt und komplikationslos. Sarinas Gefühle und die Beziehungen zwischen einzelnen Personen nehmen viel Raum ein; trotzdem sind die Charaktere für mich leider nicht wirklich greifbar geworden.


Das Buch liest sich leicht und unterhaltsam, aber mein Eindruck ist, dass man unbedingt den ersten Band gelesen haben sollte, um es richtig genießen zu können.




Nina Mackay: Queen on Heels


Kronprinz Karl-Alexander muss sich eine Frau suchen, um seinen Anspruch auf den preußischen Thron nicht zu verlieren. Mariella, Baroness von Württemberg, muss sich vorteilhaft verheiraten, damit ihre mittellose Familie gut versorgt ist. Als die beiden sich begegnen, funkt es sofort zwischen ihnen.


Doch die intrigante Prinzessin von Belgien und Karl-Alexanders fieser Bruder Frederick haben eigene Pläne für die Zukunft und schrecken vor nichts zurück, um ihre Ziele zu erreichen. Und dann sind da noch Mariellas übermütige Geschwister, die für jede Menge Unruhe sorgen …


All das schildert die Autorin lebhaft und witzig im umgangssprachlichen Ton. Wer jeden Anspruch auf Realismus ablegt und Freude an herzhafter Komik hat, wird von dieser turbulenten, rasanten und wendungsreichen Liebesgeschichte gut unterhalten.




Karin Lindberg: Vertraglich verliebt


Nach schrecklichen Erfahrungen in der Kindheit sitzt Damians Angst tief, ähnliche Anlagen in sich zu tragen wie sein krimineller Vater. Eine Liebesbeziehung ist für ihn ausgeschlossen. Um jedoch den Verkupplungsversuchen seiner Adoptivmutter ein Ende zu machen, engagiert Damian die reizende Julia für ein Wochenende als angebliche Freundin.


Zu seinem Schrecken fühlt er sich tatsächlich unwiderstehlich zu ihr hingezogen. Julia verliebt sich ebenfalls in ihn, doch die widersprüchlichen Signale, die Damian aussendet, machen es den beiden schwer, einen Weg zueinander zu finden.


Eine heitere romantische Komödie mit sympathischen Charakteren, in der zahlreiche Missverständnisse zu klären sind, bevor die Protagonisten – nicht ohne etwas Hilfe von ihren Freunden – beim erwartungsgemäßen Happy End landen.


Die wirklichkeitsferne Geschichte liest sich locker und leicht. Keine große Literatur, aber gut geeignet zum Abschalten nach einem anstrengenden Tag.




Tanja Rast: Arrion


Neves Aufgabe als Geistersängerin ist es, ruhelose Seelen in den Acht Reichen aufzuspüren und ihnen den Übergang in die andere Welt zu ermöglichen. Als sie den Geist des berühmten Ritters Arrion erlösen möchte, kehrt dieser jedoch – sehr sichtbar, sehr kampfestüchtig und sehr attraktiv – zu Neve zurück.

Gemeinsam stellen sie sich gegen den niederträchtigen Herrscher des Reiches, der finstere Zauberkräfte nutzt, um seine Macht auszudehnen. Je mehr Gefahren Neve und Arrion zusammen bestehen, desto stärker werden ihre Gefühle füreinander. Doch wie kann die Liebe zwischen einer Frau und einem Geist zur Erfüllung kommen?

Der Roman zeichnet sich durch zwei faszinierende, überzeugende Protagonisten, eine schöne Liebesgeschichte, atemlose Spannung und eine schlüssige Handlung aus.


Für meinen Geschmack ist die Beschreibung der Schlachten zu blutig geraten, und in der Beziehung zwischen Neve und Arrion hätte ich mir etwas mehr Unaufdringlichkeit und Stil gewünscht. Wem es aber nichts ausmacht, wenn es im Kampf einmal etwas heftiger zugeht, der wird mit „Arrion“ gut und kurzweilig unterhalten.