Belletristik

Claire Fuller: Bittere Orangen


Frances Jellico liegt im Sterben. Ihre Gedanken gehen zurück zu einem schicksalhaften Sommer vor 20 Jahren … nach dem Tod ihrer pflegebedürftigen Mutter bekommt Frances den Auftrag für ein architektonisches Gutachten im Herrenhaus von Lynton. Dort begegnet sie der emotional instabilen Cara und dem faszinierenden Peter, die ein Inventar des Hauses erstellen sollen.


Unter der brütenden Sonne entwickelt sich eine verhängnisvolle Dreiecksbeziehung, die unweigerlich ins Verderben führt.


Ein atmosphärisch dichtes Buch, das Hitze, Verfall, erotische Spannung, Begierde und Scham geradezu greifbar macht. Wie ein Voyeur wird der Leser Zeuge eines emotionalen Ausnahmezustands und ahnt von der drohenden Katastrophe, die sich unter der oberflächlichen Unbeschwertheit zusammenbraut.


Sprachlich brillant, fesselnd, überraschend und psychologisch überzeugend – ein kleines Meisterwerk der Erzählkunst!




Liane Moriarty: Neun Fremde


Die neun Gäste, die im luxuriösen Wellness-Resort Tranquillum House zusammentreffen, nehmen aus den unterschiedlichsten Gründen am zehntägigen „Cleansing“ teil: Nach persönlichen und beruflichen Tiefschlägen will sich die Schriftstellerin Frances neu orientieren. Heather, Napoleon und Zoe wissen nach einem Selbstmord in der Familie nicht weiter. Carmel wurde von ihrem Mann für eine Jüngere verlassen. Dem ehemaligen Footballstar Tony wurde vom Arzt nahegelegt, seinen Lebensstil grundlegend zu ändern. Seit sie im Lotto gewonnen haben, driften Ben und Jessica in ihrer Ehe auseinander. Der schwule Lars sucht nichts weiter als eine Pause von Beziehung und Alltag.


Neben erhabener Stille, Meditationen, digitaler Enthaltsamkeit und Verzicht auf Alkohol hat sich die charismatische Hotelmanagerin Masha jedoch noch ein paar Überraschungen für ihre Schützlinge ausgedacht, um sicherzustellen, dass der Reinigungs- und Heiligungsprozess umfassend und nachhaltig ausfällt.


Aus heiterem Himmel entwickelt sich die Auszeit de luxe zu einem irrwitzigen Trip mit unvorhergesehenen Folgen für alle Beteiligten.


Neun Fremde mit ganz verschiedenen Schicksalen, doch in allem verbunden durch Menschlichkeit und die große Sehnsucht nach Neuwerdung, sind der Stoff für eine äußerst unterhaltsame Geschichte.


Der aus wechselnden Perspektiven erzählte Roman fesselt mit unerwarteten Wendungen und stetig wachsender Spannung. Ein echter Page-Turner mit heiterem Erzählton.




Rob Hart: Der Store


Schöne neue Welt des 21. Jahrhunderts: Das Online-Versandhaus Cloud beherrscht den amerikanischen Markt und entwickelt ständig neue Technologien, die die Lebensqualität der Bevölkerung verbessern und zur Rettung der Erde beitragen sollen. Cloud versorgt die Menschen nicht nur mit Waren, sondern ist auch der größte Arbeitgeber Amerikas.


In einer Welt der toten Städte und der sengenden Hitze sind die MotherClouds, in denen die Mitarbeiter von Cloud arbeiten und leben, begehrte Stätten der Zuflucht.


Zinnia und Paxton gehören zu den Glücklichen, die einen Job bei Cloud ergattern können. Von nun an kämpfen sie darum, die täglich geforderte Höchstleistung zu erbringen und im Ranking aufzusteigen. Dabei machen sie die Erfahrung, dass sich hinter der glanzvollen Selbstdarstellung des Unternehmens eine alles andere als heile Welt verbirgt.


Und während Zinnia ihre eigene Agenda verfolgt, steht Paxton eines Tages vor der Entscheidung, ob er wirklich im Cloud-System aufgehen will.


Dieser fesselnde Zukunftsroman beschreibt einen Staat, der die Lösung globaler Probleme und damit auch die Macht an ein privates Unternehmen abgegeben hat. Der Preis dafür sind Freiheit, Würde und Gerechtigkeit.


Aktuell, anregend und nicht allzu weit von der Realität entfernt.




Sue Townsend: Die Frau, die ein Jahr im Bett blieb

 

17 Jahre lang hat sich Eva Beaver bis zur Erschöpfung um Mann, Kinder und Haushalt gekümmert, nun kann sie es nicht mehr ertragen, von anderen gebraucht zu werden. An dem Tag, als ihre Zwillinge zum Studieren nach Leeds ziehen, legt Eva sich ins Bett und verweigert sich allen Ansprüchen, die an sie gestellt werden.


Während die geordnete Welt von Evas Mann Brian in Trümmer bricht, wird Eva von den Medien zur Weisen und Heiligen hochstilisiert. Zahlreiche Menschen suchen ihren Rat, doch Evas Bedürfnis nach Rückzug wird immer stärker. Ein wenig Güte ist alles, was am Ende noch Bedeutung hat.

 

Bitterböser Humor durchzieht diese skurrile Geschichte über gescheiterte Beziehungen, emotionale Verkrüppelung und den schmalen Grad zwischen Normalität und Irrwitz.


Tragikomisch, abgründig und tieftraurig.




Elizabeth Foley/Beth Coates: Was würde Frida tun?


Mit einem peppigen Cover in Pink präsentieren sich „55 Life Lessons von den coolsten Frauen der Weltgeschichte“. Bekannte und weniger bekannte Frauen vergangener Zeiten werden in biografischen Skizzen vorgestellt, das sind neben der titelgebenden Frida Kahlo zum Beispiel Rosa Parks, Hypatia, Sappho, Katharina von Bora, George Eliot, Elizabeth I, Hedy Lamarr, Clara Schumann und Eleanor von Aquitanien, um nur einige zu nennen.


Ihre spannenden Lebensgeschichten zeigen, wie sie Herausforderungen bewältigt haben, die uns auch heute noch begegnen. Dies kann sehr inspirierend und ermutigend sein. Die kurzen Texte lassen sich leicht lesen und folgen keiner erkennbaren Ordnung. Man kann das Buch an beliebiger Stelle aufschlagen und anfangen zu schmökern.


Was mir überhaupt nicht zusagt, ist der flapsige Ton der beiden Autorinnen. Sprache und Stil sollen den Titel offenbar für Jugendliche interessant machen. Das hat zur Folge, dass ich mich als erwachsene Leserin nicht angesprochen fühle. Schade um eine ansonsten wirklich gute Idee.



Gérard Salem: Du wirst an dem Tag erwachsen, an dem du deinen Eltern verzeihst

 

Vor sieben Jahren hat Boris komplett mit seiner Familie gebrochen. Jetzt, schwer krank und von einem Scheidungskrieg zermürbt, folgt er dem Rat seines Therapeuten und nimmt wieder Kontakt zu seinen Eltern auf. Sein handgeschriebener Brief löst vielfältige Reaktionen in der gesamten Familie aus. Vieles gerät in Bewegung, Verletzungen werden benannt, Beziehungen geklärt.

 

Dieser wunderbare Briefroman wirft einen einfühlsamen Blick auf ein faszinierendes Beziehungsgeflecht. Ein Loblied auf das altmodische Briefeschreiben und vor allem auf die Familie.

 

Fesselnd und unterhaltsam!

 


 

T. C. Boyle Das Licht

 

Der Psychologiestudent Fitz wird von seinem Harvard-Professor in den Kreis der Eingeweihten berufen, die die bewusstseinsverändernden Wirkungen von LSD im Selbstversuch erforschen. Aus der wissenschaftlichen Studie wird nach und nach ein Trip in Realitätsverlust und Ziellosigkeit.

 

Der faszinierende Roman über eine unaufhaltsame Abwärtsspirale entwickelt eine enorme Sogwirkung. Meisterhaft!

 


 

Christian Schnalke: Römisches Fieber

 

Auf dem Weg nach Rom begegnet der mittellose Franz Warcker dem aufstrebenden Dichter Cornelius Lohwaldt. Als er Zeuge wird, wie Cornelius ertrinkt, nimmt er dessen Identität an.

 

In Rom findet er schnell Anschluss an die fröhliche Gemeinschaft der deutschen Künstler. Endlich kann er sich seinen Lebenstraum erfüllen und schreiben. Er verfasst einen Roman, der großes Aufsehen erregt, doch sein schlechtes Gewissen und die Angst, als Betrüger aufzufliegen, begleiten ihn ständig.

 

Da trifft Isolde Lohwaldt in Rom ein, Cornelius‘ Schwester, und Franz‘ Leben verwandelt sich in einen Albtraum.

 

Der atmosphärische Roman entführt den Leser ins Rom der Goethe-Zeit und mitten hinein in das bunte Treiben der Künstler.

 

Mit feiner Ironie geschrieben, ein wunderbares Lesevergnügen, ständig steigende Spannung.

 


 

Jennifer Zeynab Joukhadar: Die Karte der zerbrochenen Träume

 

Die junge Nour muss mit ihrer Mutter und den zwei Schwestern Huda und Zahra aus dem syrischen Homs fliehen, als ihr Haus bei einem Bombenangriff zerstört wird.

 

Auf ihrer langen Reise durch Jordanien, Ägypten, Libyen, Algerien und Marokko sind die Frauen zahlreichen Gefahren ausgesetzt und werden überall Zeugen von Tod und Gewalt. Am Ende sind Nour und Zahra sogar ganz auf sich allein gestellt und müssen sich zum spanischen Ceuta durchschlagen, in der Hoffnung, dass sich die Familie dort wieder findet.

 

Nours Vorbild ist die unerschrockene Rawija, die im 12. Jahrhundert mit dem Kartographen al-Indrisi viele Abenteuer erlebte. Rawijas Geschichte gibt Nour Kraft, selbst in den schlimmsten Situationen durchzuhalten und auf eine bessere Zukunft zu hoffen.

 

Ein atmosphärischer, bewegender Roman über ein junges Mädchen, dem viel zu früh die Kindheit geraubt wird und das beispielhaft für das Schicksal unzähliger Flüchtlinge unserer Zeit steht.

 

Spannend und tiefgründig gehen die beiden parallel erzählten Geschichten der Frage nach, was die eigene Identität ausmacht, wenn man die Heimat und geliebte Menschen verloren hat.

 

Sehr eindrücklich und lesenswert!

 


 

Tara Isabella Burton: So schöne Lügen

 

Louise ist fast 30 und ein Niemand. Mit diversen Jobs kann sie sich in New York gerade so über Wasser halten. Da begegnet sie der exaltierten Lavinia. Lavinia ist jung, vermögend, umschwärmt und macht Louise zu ihrem neuen Spielzeug.

 

Plötzlich öffnet sich die Tür zur Welt der Schönen und Reichen für Louise – doch nur, solange sie sich Lavinias Gunst erhält. Und das hat einen hohen Preis. Im verzweifelten Versuch, sich einen Platz in der gehobenen Gesellschaft zu sichern, steuert Louise unweigerlich auf eine Katastrophe zu.

 

Ein bitterböser Roman über die glitzernde Welt der Vermögenden, hinter der sich der Lug und Trug reiner Selbstdarstellung verbirgt. Sprachlich überzeugend und mit ironischen Untertönen wird die Geschichte einer Frau erzählt, die auf dünnem Eis tanzt und zur Meisterin der Täuschung wird, um nicht einzubrechen.

 

Fesselnd bis zum bitteren Ende!

 


 

Julian Barnes Die einzige Geschichte

 

Als sich der 19-jährige Paul in die verheiratete, fast 30 Jahre ältere Susan verliebt, verschafft es ihm ein Hochgefühl, sämtliche Konventionen seiner kleinbürgerlichen Umgebung mit Füßen zu treten. In seiner grenzenlosen Naivität ist er fest davon überzeugt, dass er sein Leben lang frohgemut mit ihr zusammen sein wird.

 

Jahrzehnte später blickt er auf seine Beziehung mit Susan zurück und muss erkennen, dass Liebe allein nicht genügt, um glücklich zu sein.

 

Die Bruchstücke einer Liebesgeschichte zeichnen das rissige Bild zweier trauriger Leben, die das große Glück nur gestreift haben.

 

Ein melancholischer Roman mit wechselnden Erzählperspektiven, der viele Fragen offenlässt und lange nachhallt.

 


 

Delphine de Vigan: Loyalitäten

 

Nach außen hin ist Theo ein unauffälliger Schüler. Doch in Wirklichkeit überfordert ihn seine Situation als Scheidungskind völlig und er flüchtet sich in steigenden Alkoholkonsum. Auch sein Freund Mathis kann Theos gefährlichen Selbstzerstörungsprozess nicht aufhalten.

 

Als eine Lehrerin spürt, dass Theo Hilfe braucht, lässt sie sich nicht davon abhalten, ihre Verantwortung für den Jungen wahrzunehmen.

 

Eine verstörende, nur allzu realitätsnahe Geschichte über den Konflikt zwischen schützender Loyalität und der Notwendigkeit, Probleme offenzulegen und Hilfe zu suchen. Schmerzhaft, aufrüttelnd und packend erzählt.

 

Ein eindringlicher Appell, Dinge beim Namen zu nennen und nicht wegzusehen.

 


 

Charles Lewinsky Der Stotterer

 

Als Trickbetrüger überführt, sitzt Johannes Hosea Stärckle im Gefängnis und schreibt Briefe, Tagebucheinträge und Geschichten über Episoden seines Lebens. Was wahr und was erfunden ist, bleibt ungewiss. Deutlich wird jedoch, wie raffiniert und wirksam der Häftling, dem sich als Stotterer das Mündliche verweigert, das geschriebene Wort einsetzt, um seine Ziele zu erreichen – seien es Rache, Überleben oder Erfolg.

 

Faszinierend.

 


 

Laetitia Colombani: Der Zopf

 

Die Inderin Smita gehört zur untersten Schicht ihres Volkes, aber sie ist fest entschlossen, ihrer Tochter ein besseres Leben zu ermöglichen.

 

Giulia lebt in Italien und steht vor der schweren Aufgabe, das Familienunternehmen vor dem Bankrott zu bewahren.

 

Sarah ist eine erfolgreiche Anwältin in Kanada, doch nach der Diagnose Krebs wird ihr perfektes Leben heftig erschüttert.

 

Drei starke Frauen, deren berührende Schicksale durch einen Zopf aus langem schwarzem Haar miteinander verschlungen sind.

 

Eindrücklich und aufwühlend!

 


 

Tom Rachman: Die Gesichter

 

Charles, von seinen Freunden Pinch genannt, ist ein Sohn des berühmten Künstlers Bear Bavinsky. Ein Leben lang steht er im Schatten des gefeierten Vaters und sehnt sich nach dessen Anerkennung. Doch Bear zieht von Frau zu Frau, setzt zahlreiche Kinder in die Welt und lebt letztlich nur für seine Kunst.

 

Erst als Pinch sein eigenes künstlerisches Talent wiederentdeckt, gelingt es ihm, sich einen eigenständigen Platz in der Welt zu schaffen.

 

Die traurige und zugleich faszinierende Lebensgeschichte eines verhinderten Künstlers, der immer hinter seinen Möglichkeiten zurückbleibt und dessen Begabung sich nur im Verborgenen entfalten kann.

 

Mit feinem Humor erzählt. Lesenswert!

 


 

Astrid Rosenfeld: Kinder des Zufalls

 

Auf der Suche nach etwas, das ihr Herz schneller schlagen lässt, ist Charlotte nach Amerika gereist. Hier lässt sie sich treiben, von Ort zu Ort, von Mann zu Mann. Eine zufällige Begegnung mit dem Nachtportier Collin führt zur Geburt ihre Sohnes Maxwell, der seinen Vater nie kennenlernt. Für Maxwell wird Texas, wo seine Mutter eine kurze Affäre mit einem anderen Mann hat, zur Heimat und zum Sehnsuchtsort.

 

Nur einem Wunder ist es zu verdanken, dass die stille Annegret die Schrecknisse des Zweiten Weltkriegs überlebt hat. Sie führt ein unscheinbares Leben als brave Hausfrau, abgesehen von der einen Nacht, die sie nach einem Besuch im Ballett mit dem Russen Nikolaj verbringt. Die Tochter Elisabeth, die aus diesem Seitensprung hervorgeht, wird Tänzerin und bekommt ein Engagement in New York.

 

Auf der Suche nach dem Glück begegnen sich Maxwell und Elisabeth und beginnen in Myrthel Spring, einem kleinen Ort in der texanischen Wüste, ein gemeinsames neues Leben.

 

Jede Figur dieses Romans trägt die Geschichte der Vorfahren in sich und setzt diese im eigenen Lebenslauf fort. Glück und Unglück, Scheitern und Neubeginn liegen dicht beieinander, und das Leben scheint sich immerzu im Kreis zu drehen.

 

Eine leise Traurigkeit durchzieht diesen Roman. Die Autorin erzählt von vielen verlorenen Menschen, deren Sehnsucht sich nie erfüllt, in deren Leben jedoch dann und wann der Lichtstrahl eines Wunders fällt.

 

Das Buch liest sich flüssig, es berührt durch seine schlichte Sprache und die Glaubwürdigkeit der Lebensgeschichten.

 


 

Elena Brower: entdecke dich. Das Achtsamkeitsjournal

 

Das großformatige Paperback der Yogalehrerin Elena Brower möchte dazu einladen, in einen inneren Dialog zu treten, neue Perspektiven zu entdecken, die eigene Weisheit wahrzunehmen und in Verbundenheit mit dem wahren Selbst zu leben. Es besteht aus neun Kapiteln oder Ansatzpunkten, die verschiedenen Aspekten des elementaren Menschseins gewidmet sind, unter anderem „ich bin“, „ich fühle“, „ich mache“, „ich sehe“, „ich vertraue“.

 

Jedem Fokus auf einen der Aspekte vorangestellt ist eine einführende Meditation, die die Aufmerksamkeit nach innen lenkt. Unterstützende Fragen regen dazu an, in Verbindung mit der eigenen Seele zu treten, den inneren Wünschen, Sehnsüchten, Weisheiten nachzuspüren und sie zu Papier zu bringen. Dies möchte einen Prozess der Erkenntnis, Befreiung und Bestätigung in Gang bringen, der zu mehr Klarheit und Selbstgewissheit führt. Ergänzend kann zu jedem Aspekt ein Gebet oder Wunsch formuliert werden, der den eigenen Empfindungen und Erkenntnissen Ausdruck verleiht. Die abschließende Hinwendung zum eigenen Ich in verschiedenen Altersstufen leitet zu einem liebevollen und achtsamen Umgang mit der eigenen Person an und kann Versöhnlichkeit und Wertschätzung bewirken.

 

Die Buchseiten sind wunderschön gestaltet; zu jedem Aspekt hat die Autorin eine andere Farbe gewählt. Wertvolle gedankliche Impulse, zarte Aquarellstriche und -motive machen jede Seite zu einem eigenen kleinen Kunstwerk, das zum Festhalten persönlicher Gedanken und zur individuellen Weitergestaltung inspiriert.

 

In diesem Journal steckten Fantasie, schöpferische Kraft, Menschenkenntnis und viel Liebe. Es ist ein ideales Buch, wenn man sich Zeit nehmen und auf eine Reise nach innen begeben möchte. Sowohl die feinfühligen Texte als auch die bezaubernde grafische Gestaltung sind rundum gelungen und schaffen genau den richtigen Rahmen für eigene Einträge und Notizen. Mein Urteil: Empfehlenswert!

 


 

Mariana Leky: Was man von hier aus sehen kann

 

Luise wächst im Westerwald auf, in einer kleinen dörflichen Gemeinschaft, in der jeder seinen festen Platz hat und es fast nur offene Geheimnisse gibt. Ihr winziger Kosmos besteht aus den überwiegend abwesenden Eltern, ihrer wundervollen, weisen Großmutter Selma, dem Optiker und ihrem besten Freund Martin.

 

Als Selma von einem Okapi träumt, wissen alle im Dorf, dass im Lauf des nächsten Tages jemand sterben wird. Dies bewegt so manchen, das eigene Leben zu ordnen, Geständnisse abzulegen und belastendes Material verschwinden zu lassen. Bis dann wirklich ein Todesfall eintritt, der nicht nur Luises Leben im Innersten erschüttert.

 

Dieser großartige Roman erzählt vom Bleiben und Verlassen, von der Trauer und vom Weitergehen. Vor allem aber erzählt er von der Liebe, die Schmerzen heilt, nicht aufgibt und das Unmögliche wagt.

 

Komische und tragische Elemente vereinen sich in diesem zauberhaften Buch zur perfekten Mischung, es ist warmherzig, klug und feinfühlig. Die einzigartigen Charaktere sind schrullig und liebenswert und in ihrer unpathetischen Art, aufeinander zu achten, entfaltet sich eine tiefe Herzlichkeit.

 

Die Geschichte steckt voller entzückender Details und die ungekünstelte Sprache berührt durch sinnfällige Bilder, Prägnanz und Klarheit.

 

Ein echtes Lese-Highlight!

 


 

J. L. Carr: Ein Tag im Sommer

 

Der Kriegsveteran und Bankangestellte Peplow reist nach Great Minden, um den Mann zu erschießen, der vor einem Jahr seinen Sohn tötete und ungeschoren davonkam.

 

Während Peplow die Kleinstadt durchstreift, die vom alljährlichen Jahrmarkt in Aufregung versetzt wird, kreuzen sich seine Wege mit denen unzähliger Menschen. Bekannte und Unbekannte suchen nach dem Glück, hadern mit ihrer Situation und hoffen auf eine Wende zum Besseren. Nicht nur für Peplow wird dies ein denkwürdiger Tag, an dessen Ende sich manches geklärt und entschieden hat.

 

Als Leser tauchen wir ein in einen kleinen Kosmos voller Schicksale, die miteinander verwoben sind. Das Kleinstadtleben wird zu einem bunten Kaleidoskop, in dem sich alle Facetten des Lebens zeigen – Liebe und Tod, Verlangen und Hingabe, Aufbruch und Resignation.

 

Mit großer sprachlicher Kraft und Kunstfertigkeit erzählt, ein echtes Meisterwerk!

 


 

J. L. Carr: Ein Monat auf dem Land

 

Der junge Kriegsveteran Tom Birkin kommt im Sommer 1920 in das kleine nordenglische Dorf Oxgodby. Der Restaurator hat den Auftrag, ein mittelalterliches Wandgemälde in der Kirche freizulegen. Das friedliche Dorf mit seinen eigenwilligen und doch liebenswerten Bewohnern wird für Birkin zu einem Ort der Heilung, an den er sein Leben lang zurückdenken wird.

 

Ein bezauberndes Buch voller Zartheit und Menschenliebe, sprachlich elegant und feinsinnig. Federleichte Sommerlektüre, die die Seele streichelt!

 


 

Anja Baumheier: Kranichland

 

Überraschend erfährt Theresa Matusiak, dass ihre lang totgeglaubte ältere Schwester Marlene erst vor Kurzem gestorben ist und ihr ein Haus in Rostock vermacht hat. Zusammen mit ihrer Tochter Anna begibt Theresa sich auf Spurensuche und taucht tief ein in die Geheimnisse ihrer Familiengeschichte. Sie erfährt Ungeahntes über ihre Schwester, ihre Eltern und eine ganz große Liebe, die die Jahrzehnte überdauert hat.

 

Ein spannender und berührender Gang durch die wechselvolle deutsche Nachkriegsgeschichte, die sich im Schicksal einer Familie zwischen Ost und West spiegelt.

 


 

Anthony McCarten: Jack

 

Jan Weintraub, großer Fan von Jack Kerouac, ist fest entschlossen, die Biografie des ehemaligen Idols der Jugendbewegung zu schreiben. Die Literaturstudentin stöbert den abgehalfterten alkoholkranken Autor an seinem Rückzugsort auf und drängt sich mit großer Hartnäckigkeit in sein Leben. Doch ist sie wirklich diejenige, die sie zu sein vorgibt?

 

In diesem cleveren Roman dreht sich alles um die Frage nach geraubten Identitäten und den Wunsch, sich neu zu erfinden.

 

Eine faszinierende Erzählstimme, bemerkenswerte Charaktere und geschickte Wendungen machen dieses Buch zu einer fesselnden, anregenden Lektüre.

 


 

Anne Reinecke: Leinsee

 

Karl ist der Sohn des berühmten Künstlerehepaars Ada und August Stiegenhauer, wuchs jedoch im Internat auf und hatte lange keinen Kontakt mehr zu den Eltern. Als ihn die Nachricht erreicht, dass seine Mutter an Krebs erkrankt ist und sein Vater sich umgebracht hat, kehrt er in die elterliche Villa am Leinsee zurück.

 

Wie benommen bewegt er sich durch eine Welt, in der er sich nicht zu Hause fühlt. Einziger Lichtblick ist ein kleines Mädchen, das immer wieder in seinem Garten auftaucht. In der zarten Freundschaft, die sich entwickelt, findet Karl Halt und Lebenskraft.

 

Selbst Jahre später, als er in Berlin lebt und mit seinen Kunstwerken auf der ganzen Welt gefeiert wird, zieht es ihn an den Leinsee und zu Tanja zurück.

 

Sprachlich meisterhaft erzählt die Autorin von innerer Heimatlosigkeit und der Sehnsucht, wahrgenommen zu werden.

 

Unterhaltsam, spannend und berührend!

 


 

Anna Quindlen: Ein Jahr auf dem Land

 

Früher war Rebecca eine berühmte Fotografin, doch das ist lange her. Um sich finanziell über Wasser zu halten, vermietet sie ihr New Yorker Apartment und zieht in ein marodes Haus auf dem Land. Gänzlich unerwartet findet sie dort neue Perspektiven für ihr Leben.

 

Ein kleines literarisches Meisterwerk, unsentimental und scharfzüngig, gleichzeitig voller Herz.

 

Für mich ein richtiges Wohlfühlbuch!

 


 

Haruki Murakami: Die Ermordung des Commendatore I

 

Der namenlose Protagonist dieses Romans zieht nach der Trennung von seiner Frau ziellos in Japan umher und mietet sich schließlich im leerstehenden Haus eines berühmten Künstlers ein. Er entdeckt ein bisher unbekanntes Bild dieses Künstlers mit dem Titel „Die Ermordung des Commendatore“, das ihn außerordentlich fasziniert und ihm viele Rätsel aufgibt.

 

Der Mann, selbst ein erfolgreicher Porträtmaler, freundet sich mit seinem undurchsichtigen Nachbarn Menshiki an und beginnt wieder zu malen. Er bekommt Besuch von einer Person gewordenen Idee, die jedoch nur für ihn sichtbar ist. Soweit der erste Teil der Geschichte.

 

Murakami erzählt sehr detailreich und gemächlich. Anfangs fand ich das irritierend, aber die zunehmend surreale Handlung zog mich dann doch in ihren Bann. Leider bricht das Buch mitten im Geschehen ab, sodass sich erst mit dem zweiten Band des Romans ein vollständiges Bild ergeben wird.

 

Die Sprache ist schlicht. Als Leserin hatte ich immer das Gefühl, mich auf einer harmlosen Oberfläche zu bewegen, unter der sich ein Abgrund verbirgt. Es entsteht beim Lesen eine schleichende Spannung, wohin die Geschichte noch führen wird.

 


 

Isabel Bogdan: Der Pfau

 

Eine Gruppe von Bankern zieht sich in die idyllische Abgeschiedenheit eines schottischen Anwesens zurück, um dort ein Teambildungsseminar durchzuführen. Ein verrückt gewordener Pfau nebst anderen Unwägbarkeiten bringt das Programm jedoch durcheinander.

 

Geschliffene Formulierungen, ein gemächliches Erzähltempo und feinsinniger Humor machen diesen Roman zum Genuss!

 


 

Abby Fabiaschi: Für immer ist die längste Zeit

 

Nach ihrem viel zu frühen Tod findet sich Maddy in einer Zwischenwelt wieder. Von hier aus begleitet sie ihre Tochter Eve und ihren Mann Brady, die verzweifelt darum ringen, ihren Selbstmord zu verstehen.

 

Während Eve und Brady sich erschüttert fragen, wie gut sie Maddy wirklich gekannt haben und wie sie ohne Mutter und Ehefrau weiterleben sollen, versucht Maddy nach besten Kräften, ihre Geschicke aus dem Jenseits zu lenken. Doch viel Zeit bleibt ihr nicht. Je mehr Einsicht sie gewinnt, wie sie an diesen Punkt ihres Daseins gekommen ist, desto unaufhaltsamer entschwebt sie aus der irdischen Welt.

 

Ein wunderbares Buch zum Lachen und Weinen! Die Sprache ist prägnant und eindringlich, die Charaktere sind unverwechselbar und einzigartig. Eine Geschichte, die lange nachklingt.

 


 

Anne-Laure Bondoux/Jean-Claude Mourlevat: Lügen Sie, ich werde Ihnen glauben! (Titel der Taschenbuchausgabe: Hilft auch bei Liebeskummer)


Der berühmte Schriftstelle Pierre-Marie Sotto findet von einer ihm unbekannten Adeline Parmelan einen dicken Umschlag in seinem Briefkasten vor. Weil er kein Interesse an dem vermeintlichen Manuskript hat und es umgehend zurückschicken möchte, kontaktiert er die Absenderin per E-Mail und bittet sie um ihre Adresse.

 

Adeline lässt sich jedoch nicht so einfach abwimmeln, und ehe er es sich versieht, steckt Pierre-Marie mitten in einem angeregten Mailwechsel mit einer charmanten und überaus faszinierenden Bewunderin. Je größer ihre Nähe und Vertrautheit wird, desto stärker wächst in Pierre-Marie der Verdacht, dass seine Mailfreundin irgendwie in Beziehung zu seiner vor drei Jahren spurlos verschwundenen Ehefrau steht.

 

Das noch immer ungeöffnete Kuvert von Adeline könnte ihm Aufschluss geben, doch was würde das für die zarte Liebe bedeuten, die Adeline und ihn verbindet?

 

Ein bezaubernder Briefroman, sprachlich elegant und geistreich, mit zwei großartigen Charakteren, die sich auf mitreißende, witzige, tiefgehende Weise nach und nach ihr Leben offenbaren.

 

Vom beschwingten Schriftwechsel zwischen Pierre-Marie und Adeline wird man sofort in den Bann gezogen und verfolgt die wendungsreiche Geschichte voller Spannung bis zur letzten Seite. Einfach großartig!

 


 

Claire Fuller: Eine englische Ehe

 

Nach einer überstürzten Liebesaffäre mit ihrem Literaturprofessor verliert die junge Ingrid ihren Studienplatz und der gefeierte Schriftsteller Gil Coleman seine Professur. Die beiden heiraten und bekommen zwei Töchter. Doch es ist keine glückliche Ehe. Gil ist seiner Frau notorisch untreu; Ingrid schreibt ihm bekümmerte Briefe, die sie in seinen Büchern versteckt, und eines Tages verschwindet sie spurlos.

 

Zwölf Jahre später glaubt Gil, Ingrid in der Stadt gesehen zu haben. Die Tochter Flora, die den Verlust der Mutter nie verkraftet hat, kehrt nach Hause zurück und hofft auf Antworten. Aber Gil ist sterbenskrank und möchte vor seinem Tod noch ein paar Dinge in Ordnung bringen.

 

Ein feinfühliger Roman über zerbrochene Träume, Liebe und Verrat, sprachlich brillant erzählt, herzzerreißend traurig und zugleich hoffnungsvoll. Die erweckten Stimmungen klingen noch lange nach.

 


 

Vanessa Diffenbough: Weil wir Flügel haben

 

Jahrelang hat Lettys Mutter sich um die Versorgung der Kinder gekümmert, während Letty Tag und Nacht arbeitete, damit die Familie über die Runden kam. Nun steht Letty plötzlich allein mit dem vierzehnjährigen Alex und der sechsjährigen Luna da und fühlt sich überfordert.

 

Wie soll sie, die es im Leben zu nichts gebracht hat, für ihre Kinder einen Ausweg aus Armut und Perspektivlosigkeit finden? Neben allem Scheitern und großer Ratlosigkeit gibt es für Letty jedoch auch neue Chancen, unerwartete Unterstützung und Lichtblicke selbst in größten Krisen.

 

Eine wundervolle Geschichte mit sympathischen Protagonisten, berührend und fesselnd von der ersten bis zur letzten Seite. Feinfühlig erzählt die Autorin von falschen Entscheidungen und ihren Konsequenzen, aber auch von Vertrauen, Liebe und neuen Anfängen.

 

Ein eindrückliches Buch, dessen tröstliche Note noch lange nachhallt.

 


 

Martin Suter: Elefant

 

"Wieder mal zu viel getrunken", denkt Schoch, als er einen winzigen rosa Elefanten in seiner Schlafhöhle entdeckt. Doch das Tier existiert wirklich. Der Versuch, es vor dem Genforscher Roux zu schützen, reißt Schoch aus seiner Obdachlosigkeit und katapultiert ihn in ein neues Leben.

 

Mit gewohnter Kunstfertigkeit erzählt Suter eine abenteuerliche Geschichte mit aktuellen Bezügen. Vor allem gegen Ende hin sehr spannend!

 


 

Delphine de Vigan: Nach einer wahren Geschichte

 

Als die empathische L. in Delphines Leben tritt, glaubt die scheue Autorin, eine echte Seelenfreundin gefunden zu haben. Doch L. verfolgt ihre eigenen Ziele, und viel zu spät bemerkt Delphine die Gefahr, in die sie sich hat manövrieren lassen.

 

Ein intelligenter, raffiniert gestrickter Roman über die Frage nach Fiktion und Wirklichkeit, Echtheit und Identität.

 

Anspruchsvoll, unterhaltsam und spannend.

 


 

Connie Palmen: Du sagst es

 

Eine leidenschaftliche Liebe verbindet die amerikanische Schriftstellerin Sylvia Plath und den englischen Dichter Ted Hughes. Doch ihre Beziehung wird überschattet von Plaths Depressionen und ihrer allgegenwärtigen Todessehnsucht.

 

In dieser fiktiven Biografie lässt Connie Palmen Ted Hughes nach Plaths Selbstmord zu Wort kommen. Mit großer emotionaler Wucht entfaltet sich die tragische Geschichte einer Frau, deren Seelenhunger selbst im größten Glück unstillbar bleibt.

 

Dramatisch, intim, intelligent - ein äußerst fesselnde Lektüre!

 


 

Mohsin Hamid: exit west

 

Nadia und Saeed begegnen sich in einem vom Bürgerkrieg erschütterten Land. Gemeinsam ergreifen sie die Flucht und versuchen sich wie Abertausende weiterer Migranten eine neue Zukunft aufzubauen.

 

Ein gegenwartsnaher Roman mit utopischen Zügen über Türen in eine vermeintlich bessere Welt, über das Streben nach Glück und das Erwachen und Erlöschen von Liebe.

 

Sprachlich herausragend mit einer ganz eigenen Mischung aus Poesie und Nüchternheit. Sehr empfehlenswert!

 


 

Laura McVeigh: Als die Träume in den Himmel stiegen

 

Die junge Samar reist mit der transsibirischen Eisenbahn nach Moskau, wo sie ihre Tante zu finden hofft. Unterwegs erinnert sie sich an glückliche Kindheitstage mit ihrer großen Familie in Kabul, an die Flucht in ein kleines Bergdorf und an die grausame Herrschaft der Taliban. Die Verbindung mit ihren Eltern und Geschwistern gibt Samar trotz allen Schrecknissen immer wieder Mut für ihre lange Reise.

 

Die berührende Geschichte eines jungen Mädchens, das in einer von Unsicherheit, Geheimnissen, Unterdrückung und Gefahr geprägten Umwelt heranwächst, aber nie die Hoffnung auf eine bessere Zukunft verliert.

 

Wunderschön geschrieben, fesselnd von der ersten Seite bis zur letzten.

 


 

Catherine Lowell: Die Kapitel meines Herzens

 

Eine Selbstfindungs- und Liebesgeschichte mit literaturwissenschaftlichen Einsprengseln:

 

Für Samantha Whipple, die einzige noch lebende Verwandte der Brontës, sind die berühmten Geschwister nicht nur literarische Größen, sondern persönliche Vertraute. Unter der Anleitung ihres Vaters hat sie deren Werke von Kindheit an studiert. Die intensive Zweisamkeit mit ihrem Vater fand jedoch ein jähes Ende, als er bei einem Brand ums Leben kam. Seither ist Samantha orientierungslos.

 

Um das rätselhafte Testament ihres Vaters zu verstehen, fängt sie lustlos und rebellisch ein Studium in Oxford an. Sie vermutet in den Büchern der Brontë-Schwestern geheime Hinweise auf ein Erbstück und erhofft sich von ihrem unnachgiebigen, aber überaus attraktiven Literaturprofessor Hilfe bei der Entschlüsselung. Die gemeinsame Schatzsuche führt beide zu unerwarteten Einsichten und neuen Perspektiven.

 

Schonungslos, intelligent und mit scharfem Blick beschreibt die Erzählerin den Versuch, die verlorene Nähe zum Vater zurückzugewinnen und sich schließlich in einer Welt ohne ihn zurechtzufinden.

 

Ein packender, sprachlich überzeugender, anspruchsvoller Roman für Kenner und Liebhaber der englischen Literatur.

 


 

Elizabeth Strout: Die Unvollkommenheit der Liebe

 

Lucy Barton, in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsen, hat ihre Mutter seit Jahren nicht mehr gesehen. Jetzt sitzt sie plötzlich an Lucys Krankenbett und weckt alte Erinnerungen.

 

Stück für Stück entsteht das Bild einer Frau, die es geschafft hat, sich von ihrer traurigen Kindheit zu lösen und ihren eigenen Weg zu finden.

 

Ein wundervolles Buch, das zart, eindringlich und wahrhaftig von der Unvollkommenheit der Liebe erzählt.

 


 

Arno Frank: Und jetzt kommst du

 

"So, und jetzt kommst du", sagt der Vater des Erzählers immer, wenn er wieder einen vermeintlich genialen Plan ausgeheckt hat. Doch am Ende geht die Rechnung nie auf, Flucht reiht sich an Flucht, und jeder Neuanfang ist noch trostloser. Unweigerlich reißt der Vater mit seinem Traum vom ergaunerten Geld die ganze Familie in den Abgrund.

 

Arno Frank erzählt die auf Tatsachen beruhende Geschichte aus der Sicht eines Kindes, das hinter dem abenteuerlichen Leben sehr bald die Katastrophe erahnt.

 

Ein richtig tolles Buch - sprachlich herausragend, spannend zu lesen, stellenweise komisch, dann wieder tief berührend. Ich bin restlos begeistert und kann diesen Roman nur wärmstens empfehlen!

 


 

Benedict Wells: Vom Ende der Einsamkeit

 

Jules Kindheit ist überschattet vom Unfalltod der Eltern. Der einst so lebensfrohe Junge wird im Internat zum verträumten Einzelgänger. Er entfremdet sich zunehmend von seinen beiden Geschwistern und irrt verloren durchs Leben. Viel zu spät begreift er, was ihm seine Schulkameradin Alva wirklich bedeutet hat und was er ihr hätte sagen sollen. Als er Alva nach Jahren wieder begegnet, scheint alles gut zu werden. Doch das Glück erweist sich erneut als zerbrechlich.

 

Das Schicksal ist auch in diesem Buch ein mieser Verräter. Schmerz, Verlust und Einsamkeit prägen die Lebenswege der authentischen Charaktere und die Lasten der Vergangenheit wiegen schwer.

 

Mit großer Kunstfertigkeit erzählt Benedict Wells von der Suche nach der eigenen Bestimmung, vom Scheitern, von der Vergebung und vor allem von einer großen Liebe.

 

Ein sprachlich und inhaltlich herausragender Roman, zutiefst berührend und tröstlich.

 


 

Lillith Korn: Better Life

 

Ein Programm, das ursprünglich dazu gedacht war, traumatisierten Personen zu helfen, wird von der Organisation Better Life dazu benutzt, die Persönlichkeit von Menschen auszulöschen und durch eine neue Identität zu ersetzen. Entsetzt über den Missbrauch der von ihr entwickelten Software hat die Neuroinformatikerin Zoe Fink das Unternehmen verlassen. Als daraufhin Paul Bornemann, ein Mitarbeiter von Better Life, ihr Vertrauen erschleichen soll, um sie über ihre Pläne auszuhorchen, erkennt sie, dass auch er ein Gelöschter ist. Es gelingt ihr, Pauls ursprüngliche Persönlichkeit wiederherzustellen und ihn als Verbündeten zu gewinnen. Gemeinsam nehmen sie den Kampf gegen einen übermächtigen und gefährlichen Gegner auf.

 

Eine faszinierende, beklemmende Geschichte, die mit immer neuen Wendungen fesselt und die Frage stellt, was von einem Menschen bleibt, wenn ihm sämtliche Erinnerungen geraubt werden. Geschickt erhält die Autorin die Spannung bis zum dramatischen Schluss aufrecht, der auf eine Fortsetzung hin ausgelegt ist. Die Charaktere haben mich nicht immer überzeugt, teilweise agieren sie etwas naiv, aber es hat trotzdem viel Spaß gemacht, das Buch zu lesen.

 


 

P.E. Jones: Auge - erstes Licht

 

Nach über 200 Jahren Krieg zwischen der Erde und ihren Kolonien ist endlich ein Waffenstillstandsabkommen in Sicht. Einen wichtigen Beitrag soll das Prototyp-Raumschiff CFF Nyx leisten, indem es einen Botschafter der Erde zu den kolonialen Flotten transportiert. Deirdre MacNiall, die ihren Dienst als Chefingenieurin und Zweiter Offizier auf der Nyx antritt, wird von quälenden Albträumen heimgesucht, die Tod und Untergang prophezeien.

 

Schon vor dem eigentlichen Start des Raumschiffs kommt es zu einem tödlichen Anschlag. Der Verdacht liegt nahe, dass eine Untergrundbewegung die Verhandlungen mit der Erde unter allen Umständen zu verhindern sucht. Es treten technische Störungen und tödliche Bedrohungen an Bord des Schiffes auf und bald ist die Atmosphäre geprägt von Misstrauen und Feindseligkeit.

 

Im Zentrum der Anschuldigungen steht der begnadete, aber undurchsichtige und durch seine Vergangenheit schwer vorbelastete Pilot McAllister. Überzeugt von McAllisters Unschuld setzt Deirdre alles daran, die Mission der Nyx zu einem guten Ende zu führen und McAllister zu retten.

 

Ein überaus fesselnder Science Fiction Thriller mit nachvollziehbaren, mehrdimensionalen Charakteren, der keinem vorhersehbaren Muster folgt und mit immer neuen Wendungen überrascht. Der Autorin gelingt es, die technischen und politischen Gegebenheiten so zu skizzieren, dass man sich als Leser orientieren kann, ohne überfordert oder gelangweilt zu werden.

 

Action und ruhige Momente wechseln einander ab und die Spannung wird fast bis zum Schluss auf hohem Niveau aufrechterhalten. Auch die emotionalen Verstrickungen im Rahmen der militärischen Beziehungen haben mich angesprochen und überzeugt. Schade nur, dass die Qualität von Lektorat und Korrektorat diesem ausgezeichneten Roman nicht gerecht wird.

 


 

Maggie Shipstead: Dich tanzen zu sehen

 

Nach einer Affäre mit dem gefeierten Tänzer Rusakov beendet Joan ihre Ballett-Karriere. Sie heiratet einen Jugendfreund, bekommt ein Kind und zieht sich in eine kleinbürgerliche Existenz zurück. Doch Jahre später steigt ihr Sohn zum großen Star des Balletts auf und Rusakov tritt erneut in ihr Leben.

 

Die scheinbare Schwerelosigkeit der Tänzer auf der Bühne wird durch hartes Training und eiserne Disziplin erworben. In einer kunstvollen Choreografie und stilistisch ausgefeilt erzählt dieser Roman mit großer Leichtigkeit vom Ringen um Perfektion, von Leidenschaft und Unerreichbarkeit, von Gewinn und Verlust. Ein kleines Kunstwerk.

 


 

Peter Høeg: Der Susan Effekt

 

Susan ist Experimentalphysikerin und hat eine besondere Gabe: Sie kann Menschen dazu bringen, in ihrer Gegenwart aufrichtig zu werden. Nun soll sie für die dänische Regierung das verschwundene Protokoll einer Zukunftskommission aufspüren. Sehr schnell merkt Susan, dass sie mit diesem hochbrisanten Auftrag in die Schusslinie mächtiger Persönlichkeiten geraten ist. Es braucht die geballte kriminelle Energie der gesamten ungewöhnlichen Familie, um mit heiler Haut aus dieser Affäre zu kommen.

 

Ein irrwitziger, rasanter, intelligenter Roman mit einer einzigartigen, unschlagbaren Heldin, die durch ihre Fähigkeiten überrascht und allem gewachsen ist. Höchst vergnüglich!

 


 

Christoph Poschenrieder: Mauersegler

 

Sie waren schon in der Kindheit befreundet, jetzt gründen sie eine Alters-WG, um den letzten Lebensabschnitt gemeinsam zu gestalten – fünf Männer halten bis zum Letzten zusammen, unterstützt von einem Todesengelprogramm und einer kirgisischen Pflegekraft.

 

Ein wunderbarer Roman, der Witz und Tiefgang auf geistreiche Weise miteinander vereint. Christoph Poschenrieders Sprachkraft ist beeindruckend. Unbedingt lesen!

 


 

Emily St. John Mandel: Das Licht der letzten Tage

 

Der berühmte Schauspieler Arthur Leander stirbt bei einer Shakespeare-Aufführung auf der Bühne. In derselben Nacht bricht auf der ganzen Welt eine Pandemie aus, die den vollständigen Zusammenbruch der Zivilisation nach sich zieht. Zwanzig Jahre später tingelt eine fahrende Truppe durch die ehemaligen USA und führt Shakespeare-Stücke auf.

 

Ein aus verschiedenen Erzählperspektiven, Zeitebenen und erzählerischen Elementen kunstvoll zusammengesetzter Roman über die Verwobenheit menschlicher Beziehungen, die Schönheit unserer Welt und die Hoffnung auf einen neuen Anfang nach dem Ende.

 

Bewegend und spannend, einfach großartig!

 


 

Eve Harris: Die Hochzeit der Chani Kaufman

 

Eine Liebe beginnt, eine Liebe endet in der jüdisch-orthodoxen Gemeinde in London.

 

Chani und Baruch haben kaum Gelegenheit, sich vor ihrer Hochzeit näher kennenzulernen. Vorsichtig bewegen sie sich aufeinander zu und hoffen, dass sie gemeinsam einen Weg finden werden, innerhalb der restriktiven Welt der jüdischen Gemeinde ihre Träume zu verwirklichen.

 

Mit großen Träumen haben Rebecca und Chaim einst begonnen. Doch je höher Chaim als Rabbi in der Gemeinde aufsteigt, desto gefangener fühlt sich Rebecca in den strengen Forderungen der Rechtgläubigkeit.

 

Der Roman von Eve Harris entführt in eine völlig fremde Kultur, in der sämtliche Lebensbereiche und Beziehungen durch religiöse Vorschriften geregelt sind. Ein faszinierender Einblick in eine geschlossene Gesellschaft!

 


 

Lena Gorelik: Null bis unendlich

 

In der Schule waren sie unzertrennlich – der hochbegabte Nils Liebe und die aus Jugoslawien geflohene Sanela. Bis Sanela plötzlich verschwand. Fünfzehn Jahre später tritt sie erneut in Nils Liebes Leben und die beiden werden ein Paar. Doch es gibt einen Grund, warum Sanela gerade jetzt den Kontakt aufgenommen hat: Sie hat einen kleinen Sohn und sie ist todkrank.

 

Dieser Roman fasziniert durch seine ungewöhnlichen Hauptpersonen und ihre fragile Beziehung und besonders durch die klare, pointierte, prägnante Sprache der Autorin. Ein Buch, das man so schnell nicht wieder vergisst!

 


 

Jane Gardam: Ein untadeliger Mann

 

Äußerlich betrachtet hat der frühere Kronanwalt Edward Feathers ein in jeder Hinsicht untadeliges Leben geführt. Doch nach dem Tod seiner Frau werden die Ereignisse seiner turbulenten Kindheit und Jugend wieder in ihm lebendig. Es entfaltet sich eine bewegende Geschichte, die von Verlassenwerden und Verlust durchzogen ist.

 

In diesem tragikomischen Roman vereinen sich Exzentrik und psychologische Einsichten zu einem literarischen Meisterwerk über die Opfer des British Empire.

 


 

Adam Soboczynski: Fabelhafte Eigenschaften

 

In einem bunten Reigen begegnen, befreunden, verlieben, entzweien sich eine Vielzahl von Personen, die lose miteinander verknüpft sind. Mit ironischem Blick und elegant geschliffener Sprache erzählt der Autor von menschlichen Ambitionen und Schwächen, Erfolgen und Fehlschlägen und den kuriosen Mechanismen des Kulturbetriebs. Das liest sich luftig-leicht und kurzweilig.

 


 

Susan Abulhawa: Als die Sonne im Meer verschwand

 

Über Generationen hinweg ist die Geschichte der palästinensischen Familie Baraka von Krieg, Gewalt und Unrecht geprägt, aber auch von starken Frauen, Mut und Überlebenswillen. Susan Abulhawa erzählt lebendig, leicht und mit einem Hauch Mystik von schweren Schicksalen und der tröstlichen Kraft von Liebe und Hoffnung.

 


 

Natalio Grueso: Der Wörterschmuggler

 

Die schöne Japanerin Keiko verlangt nach Wörtern, die das Herz berühren. Um ihre Gunst zu gewinnen, erzählt ein alternder Abenteurer Geschichten von besonderen Menschen und Begegnungen. Gibt es für Bruno und Keiko einen Weg aus der Einsamkeit, die ihr Leben bestimmt?

 

Phantasievoll, melancholisch, eindrücklich!

 


 

Lucy Maud Montgomery: Das Schloss in den Wolken

 

Die unverheiratete Valancy, von den Verwandten als alte Jungfer abgeschrieben, wird von ihrer Mutter gegängelt und bevormundet. Als sie erfährt, dass sie todkrank ist, beschließt sie, endlich richtig zu leben. Sie bricht mit allen Konventionen und nimmt ihr Glück selbst in die Hand.

 

Eine entzückende Emanzipations- und Liebesgeschichte, von der Autorin von „Anne auf Green Gables“ feinsinnig und mit leisem Humor erzählt.

 


 

Donal Ryan: Die Sache mit dem Dezember

 

Nach dem Tod seiner Eltern erbt der zurückgebliebene Johnsey Hof und Land. Ein Konsortium will ihm das Land für ein großes Bauprojekt abkaufen, und als Johnsey sich weigert, nimmt das Unheil seinen Lauf.

Die Geschichte eines besonderen Menschen zwischen kindlicher Weisheit und Naivität, dem die eigene Unbedarftheit zum Verhängnis wird, einfühlsam und zu Herzen gehend erzählt.

 


 

Bernhard Schlink: Die Frau auf der Treppe

 

Als junger Mann lernt er sie kennen, viele Jahre später spürt er sie durch Zufall wieder auf. Es kommt zu einer Begegnung, die ihn erschüttert und mit seinen Lebenslügen konfrontiert.

 

Was wie eine romantische Liebesgeschichte beginnt, wird zu einem berührenden Drama über seelische Kälte und die Frage, was im Leben wirklich zählt. Unbedingt lesenswert!

 


 

Daniel Glattauer: Geschenkt

 

Der allabendliche Besuch seiner Stammkneipe tröstet den heruntergekommenen Journalisten Gerald Plassek über seine ansonsten perspektivlose Existenz hinweg. Doch dann lernt er seinen Sohn Manuel kennen, von dem er bisher nichts wusste. Und seine kleinen Zeitungsmeldungen bewegen einen anonymen Wohltäter zu großzügigen Spenden. Stück für Stück verändert sich Geralds Leben.

 

Ein wunderbarer Roman über einen sympathischen Anti-Helden, authentisch, witzig und anrührend erzählt. Einfach große Klasse!

 


 

Edgar Rai: Die Gottespartitur

 

Sein Job ödet ihn an und er würde am liebsten alles hinschmeißen. Da erfährt Literaturagent Gabriel Pfeiffer von einem geheimnisvollen Manuskript, das Gottes Existenz beweisen soll. Auf der Suche nach der letzten Gewissheit setzt Gabriel selbst sein Leben aufs Spiel.

 

Eine packende Geschichte über einen Mann, der nichts mehr zu verlieren hat. Bissig, spannend, amüsant.

 


 

Matt Haig: Ich und die Menschen

 

Die Menschen sind eine arrogante Spezies, beherrscht von Gewalt und Gier. Mit dieser Überzeugung schlüpft ein Außerirdischer in die Rolle des Mathematikprofessors Andrew Martin. Er soll verhindern, dass Martins Erkenntnisse der Menschheit einen revolutionären technischen Fortschritt ermöglichen. Jeder, der von Martins Durchbruch weiß, soll ausgelöscht werden.

 

Doch je tiefer der Doppelgänger in das menschliche Leben eintaucht, desto kostbarer erscheint es ihm.

 

Das menschliche Dasein durch die Augen eines Außenseiters betrachtet - das offenbart all seine Absurdität, aber auch seine Schönheit. Ein witziger und zugleich tiefgründiger Roman!

 


 

Emma Healey: Elizabeth wird vermisst

 

Maud ist 82 Jahre alt und braucht jede Menge Notizzettel, um sich in ihrem Leben zu orientieren. Ganz dringend möchte sie herausfinden, was aus ihrer Freundin Elizabeth geworden ist. Doch niemand nimmt ihre Suche ernst. Während die Gegenwart für Maud immer verwirrender wird, kehren die Erinnerungen an ihre Schwester zurück,deren spurloses Verschwinden in der Nachkriegszeit nie aufgeklärt wurde.

 

Ein sehr berührender Roman über eine Frau, die ins Vergessen abgleitet. Neben aller Traurigkeit besitzt diese Geschichte Leichtigkeit, Spannung und eine ganz eigene Liebenswürdigkeit.

 


 

Graeme Simsion: Das Rosie-Projekt

 

Sein Tag ist bis auf die Minute durchgeplant, seine Entscheidungen trifft er nach streng rationalen Kriterien. Die Feinheiten zwischenmenschlicher Beziehungen bleiben Don ein Rätsel.

 

Da platzt Rosie eines Tages in sein wohlgeordnetes Leben und bringt es völlig durcheinander. Kann es womöglich doch so etwas wie Liebe für Don geben?

 

Schräg, bezaubernd, witzig, berührend, originell und unbedingt lesenswert - eine romantische Komödie der besonderen Art!

 


 

Daniel Glattauer: Ewig dein

 

Hannes – aufmerksam, verbindlich, liebenswürdig. Ein Traummann, denken Judiths Verwandte und Freunde. Doch für Judith wird die Beziehung zunehmend zum Albtraum. Je mehr sie versucht, Abstand zu gewinnen, desto mehr erdrückt Hannes sie mit seiner besitzergreifenden Liebe.

 

Dem Autor gelingt es durch seinen einzigartigen Erzählstil, die wachsende Beklemmung seiner Hauptperson auf den Leser zu übertragen. Die Geschichte hat mich bis zum überraschenden Schluss in ihren Bann gezogen.

 


 

Toni Jordan: Die schönsten Dinge

 

Della ist Trickbetrügerin und beherrscht die Kunst der Täuschung im großen Stil. Doch Daniel, ihr neustes Opfer, ist keineswegs so harmlos-naiv, wie es den Anschein hat. Die Frage ist: Wer spielt hier mit wem?

 

Eine unwiderstehliche Heldin in einer originellen, hinreißenden Liebesgeschichte. Einmal angefangen, konnte ich das Buch nicht mehr aus der Hand legen!




Juli Zeh: Nullzeit

 

Svens heile Aussteigerwelt auf einer kanarischen Insel gerät jäh aus den Fugen, als das Ehepaar Jola und Theo ihn für einen exklusiven Tauchkurs engagiert. Während Sven auf die unvermeidliche Katastrophe zusteuert, fragt sich der Leser: Was ist Wahn, was ist Wirklichkeit, was perfider Plan?

 

Ein spannender, doppelbödiger Roman, der gekonnt die Untiefen der menschlichen Psyche auslotet.

 


 

Katharina Münk: Die Eisläuferin

 

Wie regiert man ein Land, wenn man jeden Morgen von Neuem damit überrascht wird, dass man Kanzlerin ist?

 

Ein satirischer Blick auf das politische Geschehen, augenzwinkernd, witzig, überraschend sympathisch.

 


 

Noam Shpancer: Der glücklose Therapeut

 

Ein stark Selbstmord gefährdeter Klient konfrontiert den etwas resignierten Therapeuten David Winter mit einer Reihe von Fragen, die zur persönlichen Herausforderung werden.

 

Der Leser begleitet den Psychologen auf seiner spannenden Suche nach Antworten - sowohl im fachlichen als auch im privaten Bereich.
Faszinierende Lektüre für Psychologie-Interessierte, unterhaltsam und informativ zugleich.

 


 

Nickolas Butler: Shotgun Lovesongs

 

Shotgun Lovesongs ist ein wunderbar warmherziger Roman über die Liebe zur Heimat und das Glück der Freundschaft.

 

Die Geschichte einer Gruppe ehemaliger Schulkameraden in einer amerikanischen Kleinstadt wird stimmungsvoll, poetisch und mit einem leisen Hauch Melancholie erzählt. Ein literarisches Kleinod!

 


 

Rita Falk: Hannes

 

Nach einem Motorradunfall liegt Hannes im Koma. Uli besucht ihn regelmäßig und hält ihn auf dem Laufenden über die gemeinsamen Freunde und seinen Zivildienst in einem Heim für psychisch Kranke - immer in der Hoffnung, dass der beste Freund bald wieder aufwacht ...

 

Ein wunderbares Buch zum Lachen und Weinen, voller Freundschaft und Liebe und Lebensfreude.

 


 

Joël Dicker: Die Wahrheit über den Fall Harry Quebert

 

Harry Quebert, der Vorzeigeschriftsteller Amerikas, soll ein vor Jahren verschwundenes Mädchen ermordet haben. Überzeugt von der Unschuld seines Freundes und Mentors beginnt Marcus Goldman auf eigene Faust zu ermitteln, was vor 33 Jahren im Ostküstenstädtchen Aurora wirklich geschah.

 

Ein furioser, geschickt konstruierter Roman, der dank überraschender Wendungen die Spannung bis zum Schluss aufrechterhält, mit skurrilen Dialogen und einer Prise Selbstironie.

 

Grandioses Lesevergnügen!

 


 

Thomas Glavinic, Das größere Wunder

 

Eine dramatische Besteigung des Mount Everest, verknüpft mit den Erinnerungen an eine ungewöhnliche Kindheit und die Begegnung mit der großen Liebe – beide Erzählstränge sind ungemein spannend und faszinierend. Für mich war dieses Buch Lesegenuss pur!

 


 

Andrew Miller: Friedhof der Unschuldigen

 

Mit dem Auftrag, den Friedhof der Unschuldigen zu räumen, dessen Ausdünstungen die Stadt zu vergiften drohen, kommt ein junger Ingenieur 1785 nach Paris. Seine Arbeit wird begleitet vom Geruch der Verwesung und dem Misstrauen der Bevölkerung. Doch unerwartet findet er auch Freundschaft und Liebe.

 

Diese ungewöhnliche, faszinierende Geschichte, die bereits etwas vom bevorstehenden Umbruch der Französischen Revolution erahnen lässt, zieht den Leser unweigerlich in ihren Bann!

 


 

Vanessa Diffenbough: Die verborgene Sprache der Blumen

 

Ein Buch von seltener Schönheit und Poesie, das mich mitten ins Herz getroffen hat.

 

Von Kind an erlebt die junge Victoria so viel Kälte, und doch ist ihre Geschichte nie trost- oder hoffnungslos. Immer wieder begegnen ihr Menschen, die ihr etwas zutrauen. Es ist berührend und tröstlich zu lesen, wie Victoria nach und nach lernt, Liebe anzunehmen und zu geben.

 


 

Birgit Vanderbeke: Das lässt sich ändern

 

Ein zauberhaftes Buch!

Eine junge Frau aus gutem Haus verliebt sich in einen Handwerker aus einer kinderreichen Familie. Die beiden bauen sich ein alternatives Leben auf. Leichtherzig und sympathisch erzählt. Die positive Stimmung ist einfach ansteckend!



Eva Baronsky: Herr Mozart wacht auf

Mozart liegt auf dem Totenbett, doch plötzlich erwacht er und befindet sich in unserer Zeit. Mühsam muss er sich in der fremd gewordenen Welt zurechtfinden und eine neue Existenz aufbauen.

Ein intelligenter und sehr amüsanter Roman.

 


 

Marion Hübinger: Soul Colours

 

Nach der Flucht von ihrem Heimatplaneten Aeterna bereist Sarina mit Liam die Erde. Doch schon bald geht ein neuer Hilferuf von Aeterna ein. Sarina lässt sich nicht davon abbringen, an der Rettungsaktion von SAVE1 teilzunehmen. Begleitet von Liam und anderen Kollegen der Rebellenorganisation reist sie unter gefährlichen Bedingungen nach Aeterna zurück und versucht, ihre Freunde und das Volk von Aeterna von der langjährigen Unterdrückung durch die Elite zu befreien.

 

Es werden Pläne für Geheimoperationen geschmiedet, es gibt Begegnungen mit alten Freunden, gefährliche Situationen werden gemeistert, es kommt zu Konfrontationen und unvorhergesehenen Zwischenfällen, in ausweglosen Lagen findet sich überraschend Hilfe und Rettung. Stellenweise – vor allem zum Ende hin - ist die Geschichte sehr spannend und actionreich, andere Situationen verlaufen beinahe zu glatt und komplikationslos. Sarinas Gefühle und die Beziehungen zwischen einzelnen Personen nehmen viel Raum ein; trotzdem sind die Charaktere für mich leider nicht wirklich greifbar geworden.

 

Das Buch liest sich leicht und unterhaltsam, aber mein Eindruck ist, dass man unbedingt den ersten Band gelesen haben sollte, um es richtig genießen zu können.