Anfeuern im Lehmofen

Der Backraum ist gleichzeitig der Feuerraum. Das Anfeuern des Ofens ist ein Abenteuer und muss geübt werden. Es gibt keinen Stromanschluss und keinen Schalter, mit dem man die gewünschte Backtemperatur einstellt. Die Energie, die für das Backen oder Grillen benötigt wird, entsteht durch das Verbrennen von Holz. Das Anheizen kann folgendermaßen gemacht werden:

1 bis 2 Hände voll ganz trockenes Reisig oder sehr feines Anfeuerholz anzünden.


Bitte nur Streichholz oder Feuerzeug verwenden. Keine Anzündehilfen (Benzin oder ähnliches) verwenden.

Weiter dünnes und dann dickeres trockenes Holz auflegen. Das Feuer auf diesem Wege immer weiter vergrößern. Nicht zu viel Holz auf einmal nachlegen. Darauf achten, dass das Holz gut durchbrennt. Nach und nach wird das Feuer mit einem Schüreisen auf dem ganzen Ofenboden verteilt und weiter unterhalten.


Zum Anfeuern eignet sich Fichtenholz gut. Es brennt sehr schnell an. Ist ein kleines Feuer entstanden, kann mit Birkenholz, Buche oder Eiche weiter geheizt werden. Nicht zu viel Holz auf einmal in den Ofen legen und lieber kleine Holzstücke verwenden. Diese brennen schneller durch als dicke. Kantiges, gehacktes Holz brennt besser als rundes. Hartholz hat eine sehr viel höhere Brennleistung als Fichtenholz. Birke hat beim Verbrennen nur wenig Rauchentwicklung und ist deshalb für den Lehmbackofen gut geeignet (die Nachbarn werden es Ihnen danken).


Auf keinen Fall beschichtetes, lackiertes Holz verwenden. Hier können giftige Gase entstehen. Nie nasses oder vermodertes Holz verwenden. Nur qualitativ gutes Brennholz verwenden.

Für das Anfeuern bis zum ersten Backgang muss man etwa 2,5 bis 3 Stunden einplanen. Da das verwendete Holz unterschiedlich schnell abbrennt und man eben auch unterschiedlich lange backen möchte (Anzahl der Backgänge), kann die benötigte Holzmenge stark schwanken.


Das Anheizen muss gelernt werden. Man benötigt etwas Übung und lernt aus den gemachten Erfahrungen.